Meine Bucket-Liste im Frühling - Vier Ideen direkt vor der Haustür
Der Frühling ist für mich jedes Jahr der Moment, in dem ich meine Heimat neu entdecke. Sobald die ersten warmen Tage kommen, zieht es mich wieder hinaus – in die Natur, in kleine Städte und zu besonderen Orten am Niederrhein. Für diese Saison habe ich mir deshalb eine persönliche Bucketliste zusammengestellt: eine Narzissenwanderung durch Brüggen, Glücksmomente bei der Wassenberger Glückswoche, tief durchatmen im Solegarten St. Jakob in Kevelaer und eine entschleunigende Eselwanderung in Sonsbeck. Vier Ausflüge, die zeigen, wie viel Frühling direkt vor unserer Haustür steckt.
Narzissenwanderweg in Brüggen – Frühling zwischen Schwalm und Auen
Wenn der Niederrhein langsam aus dem Winterschlaf erwacht, verwandelt sich die Landschaft rund um Brüggen in ein leuchtendes Gelb. Der Narzissenwanderweg gehört für mich zu den schönsten saisonalen Naturerlebnissen der Region – weil hier der Frühling nicht nur sichtbar, sondern spürbar wird.
Die Wanderung beginnt ruhig am Parkplatz und führt zunächst über eine kleine Holzbrücke hinein in die Auenlandschaft entlang der Schwalm. Schon nach wenigen Metern verändert sich die Atmosphäre: Wasserläufe begleiten den Weg, Vogelstimmen liegen in der Luft und rechts des Pfades erscheinen die ersten Narzissenfelder. Tausende Blüten setzen helle Farbakzente in die noch junge Frühlingslandschaft.
Wichtig zu wissen: Die klassische Narzissenroute ist etwa vier Kilometer lang und ideal für alle, die gezielt die Blüten erleben möchten. Der verfügbare GPX-Track erweitert die Strecke jedoch um eine zusätzliche Schleife rund um den Borner See. So lässt sich die Tour flexibel gestalten – vom entspannten Spaziergang bis zur ausgedehnten Wanderung von rund neun Kilometern und gut zwei Stunden Gehzeit.
Der Weg schlängelt sich zwischen Schwalm und Kanal hindurch, passiert die historische Vennmühle und folgt anschließend der ehemaligen Bahntrasse Richtung Born. Am ehemaligen Bahnhof, erkennbar an Haltesignal und Lore, fällt die Entscheidung: zurück oder weiterwandern.
Die zusätzliche Runde um den Borner See lohnt sich besonders für alle, die Ruhe suchen. Zwar wachsen hier keine Narzissen mehr, doch die offenen Wasserblicke schaffen einen wunderbaren Kontrast zur Blütenlandschaft zuvor. Zurück führt der Weg wieder entlang narzissengesäumter Abschnitte am Laarer Bach vorbei an der Borner Mühle bis zum Ausgangspunkt.
Mein persönlicher Tipp: Nach der Wanderung unbedingt noch durch den historischen Ortskern von Brüggen schlendern. Cafés, kleine Geschäfte und die Altstadtgassen verlängern das Frühlingsgefühl ganz automatisch.
Wassenberger Glückswoche – Eine ganze Woche voller kleiner Glücksmomente
Manchmal braucht es keinen großen Urlaub, sondern nur bewusst gesetzte Momente, die den Alltag unterbrechen. Genau darum geht es bei der achten Wassenberger Glückswoche vom 14. bis 22. März 2026: Glück erlebbar machen – auf ganz unterschiedliche Weise.
Oder wie wäre es mit „Living History“ mit den GästeführerInnen von Westblicke e.V.? Diese schlüpfen in die unterschiedlichsten Rollen von Personen aus vergangenen Jahrhunderten und vermitteln Anekdoten aus der Regionalgeschichte. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Rurbrücke in Wassenberg-Orsbeck. Tickets gibt es für 14 Euro pro Person im Naturpark-Tor Wassenberg.
Auch Self-Care und Bewegung spielt eine große Rolle. Beim Familien-Glücks-Yoga im Wald am Naturpark-Tor erleben Eltern und Kinder gemeinsam Natur und Achtsamkeit. Zwischen Bäumen und frischer Frühlingsluft entsteht ein Erlebnis, das Körper und Geist gleichermaßen stärkt. Ergänzt wird das Programm durch Yoga-, Tabata- und Thai-Bo-Workshops in verschiedenen Ortsteilen – niedrigschwellig, offen und kostenfrei.
Ein besonderes Highlight bildet der Abschluss am 22. März: Die Burg Wassenberg verwandelt sich in eine Fashion-Location mit Designerstücken, Vintage-Mode, Schmuck und Stylingtipps. Ein pinker Teppich, DJ-Sounds und persönliche Beratung sorgen für Eventstimmung – und ich selbst bin ebenfalls vor Ort und verkaufe einige meiner Lieblingsstücke.
Die Glückswoche zeigt eindrucksvoll, dass Lebensfreude oft in Gemeinschaft entsteht – beim Bewegen, Begegnen und gemeinsamen Erleben.
Solegarten St. Jakob in Kevelaer – Durchatmen wie am Meer
Wer im Frühling neue Energie tanken möchte, findet im Solegarten St. Jakob in Kevelaer einen Ort, der Entspannung und Aktivität auf besondere Weise verbindet. Die weitläufige Anlage vereint Gesundheitsangebot, Naturraum und Bewegungspark – und wirkt dabei erstaunlich ruhig.
Herzstück ist das zwölf Meter hohe Gradierwerk mit einem Durchmesser von 25 Metern. Salzhaltiges Wasser rieselt hier über Schwarzdornbündel und erzeugt eine feine Soleluft, die an einen Spaziergang am Meer erinnert. Das Einatmen wirkt wohltuend auf Atemwege und Lunge – besonders nach den Wintermonaten. Ein angenehmer Nebeneffekt: Im Inneren ist es im Sommer bis zu acht Grad kühler.
Direkt daneben lädt die moderne Kneipp-Anlage zum Wassertreten ein. Kaltes Wasser aktiviert den Kreislauf, stärkt das Immunsystem und sorgt für einen echten Frischekick. Der angrenzende Barfußpfad mit Sand, Kies und Holz schärft zusätzlich die Sinne.
Besonders gelungen finde ich den Atemweg mit zwölf Stationen. Zwischen Lavendel, Rittersporn und Bartnelken helfen angeleitete Übungen dabei, die eigene Atmung bewusst wahrzunehmen. QR-Codes führen zu Videos mit medizinisch entwickelten Trainingsimpulsen – eine gelungene Verbindung aus moderner Gesundheitsförderung und Naturerlebnis.
Ergänzt wird die Anlage durch Bibelgarten, Fitnessparcours, Boule-Plätze und Vitalwanderwege. Die Geschichte reicht übrigens bis ins Jahr 1903 zurück, als die Solequelle zufällig entdeckt wurde. Heute präsentiert sich der barrierefreie Park als moderner Wohlfühlort für alle Generationen.
Eselwandern in Sonsbeck – Entschleunigung auf vier Hufen
Es gibt Erlebnisse, die sofort Tempo aus dem Alltag nehmen. Eine Wanderung mit Zwergeseln auf dem Klappboomshof in Sonsbeck gehört definitiv dazu.
Der traditionsreiche Hof der Familie van Betteray wurde über Generationen landwirtschaftlich genutzt, bevor er sich zu einem Ort für Naturerlebnisse wandelte. Aus zwei privaten Eseln entstand 2021 ein ganz neues Konzept – heute leben hier unter vier weiße Zwergesel, die Besucher auf Wanderungen begleiten.
Bevor es losgeht, entsteht beim Striegeln, Hufe kontrollieren und Halftern bereits eine erste Verbindung zwischen Mensch und Tier. Schnell wird klar: Esel sind keineswegs stur, sondern aufmerksam und überlegt. Sie entscheiden bewusst und reagieren sensibel auf ihre Umgebung.
Die anschließende Wanderung führt Schritt für Schritt durch die niederrheinische Landschaft. Kein Zeitdruck, kein Leistungsdenken – nur das rhythmische Tappen der Hufe, Vogelstimmen und Naturgeräusche. Wer sich auf dieses Tempo einlässt, merkt schnell, wie Gedanken ruhiger werden.
Zurück am Hof warten Schorle, Gebäck und ein spielerisches Eselquiz mit Schoko-Goldtalern als Gewinn. Darüber hinaus entstehen hier ständig neue Ideen: Yoga mit Eseln, Weinyoga mit dem Weingut Viniazzi, Wildkräuterführungen oder Bauernolympiaden.
Der Klappboomshof zeigt eindrucksvoll, dass Mikroabenteuer keine spektakuläre Kulisse brauchen. Manchmal reichen ein Feldweg, ein Tier und ein freier Nachmittag, um neue Energie zu sammeln.