Routentipp 111 - 3. Raderlebnistag Niederrhein 2026 am 5. Juli 2026
Mittel
Große Runde durch den südlichen Teil des Naturparks Maas-Schwalm-Nette:Â
Radel Sie duch die Wälder des Meinwegs zwischen Rur und Schwalm.
Details der Tour
Empfohlene Jahreszeit
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Besonderheiten der Tour
Aussichtsreich / Geologische Highlights / Botanische Highlights / Kulturelle Highlights
Wegebeschaffenheit
Autorentipp
Wegbeschreibung
Vom Startort aus radeln Sie den Berg hinunter, biegen nach rechts in die Parkstraße ein und folgen der Beschilderung in Richtung Knotenpunkt (KP) 29 in Myhl. Weiter geht es zum KP 27 und bergauf zum KP 75 am Ortsrand von Wildenrath. In Dalheim-Rödgen liegt am Kreisverkehr der KP 76. Radeln Sie ab hier in Richtung Oberkrüchten. Hinter dem Ort geht es durch Fichtenwälder weiter Richtung KP 10 in Oberkrüchten. Kurz vor diesem Ort biegen Sie jedoch nach links zum KP 21. Nach Elmpt mit dem KP 26 radeln Sie rund 600 Meter auf der Overhetfelder Straße und biegen dann links in die Straße Lehmkuhl ein. Hier liegt der Infopunkt Elmpt (Lehmkuhl 13, Treff 13).
Zurück zum KP 26 und dann weiter zum KP 39 in Overhetfeld.
Durch das Schwalmbruch geht es zum niederländischen KP 19 und weiter über die KP´s 20, 79, 56, 78 und 77 nach Herkenbosch. Von hier aus geht es zum KP 71 und Sie radeln in Richtung Deutschland zum KP 25 in Effeld. Kurz vor diesem Knotenpunkt liegt der Infopunkt Wassenberg-Effeld - auch Genusspunkt - (Dorfladen Mittendrin, Kreuzstraße 26). Über die KP´s 24 und 28 erreichen Sie den KP 21 am Wassenberger Rosstor. Hier, in Richtung KP 29 radelnd, biegen Sie an der Ecke Parkstraße / Pontorsonallee nach links zum Naturpark-Tor ab.
Sehenswertes auf der Strecke:
Vom Infopunkt aus radeln Sie in Richtung Knotenpunkt (KP) 29 in Myhl. Auf dem Weg dorthin liegt linker Hand die Wingertsmühle. Am Rande des Wassenberger Judenbruchs gelegen, diente sie seit dem 16. Jahrhundert als Öl-Mühle. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts brannte sie jedoch ab und wurde wieder aufgebaut. In Ölmühlen wurden Pflanzenölen aus Ölsaaten und –früchten gepresst. Im 19. Jahrhundert gab es in Deutschland 4000 Ölmühlen. Eine der ölhaltigen Pflanzen ist der „Gemeiner Lein“ (Linum usitatissimum), auch Flachs genannt. Aus der alten Kulturpflanze wird auch heute nicht nur Leinöl gepresst, sondern ihre Fasern dienen immer noch der Herstellung von Leinen.
Von Myhl aus geht es weiter zum KP 27 und ins Schaagbachtal. Das Naturschutzgebiet hat eine herausragende Bedeutung, da eine große Vielfalt an Arten zu finden ist. An dem Bach liegen unter anderem das Brutgebiet für den Schwarzspecht und den Eisvogel. Großflächige, artenreiche Erlenbruch- und Auenwälder ziehen sich entlang des Wasserlaufs, unterbrochen von kleinflächigen Mooren und Feuchtheiden. Bedrohte Libellenarten, Kreuzkröte, Wiesenpieper und der Königsfarn sind hier anzutreffen. Durch das Schaagbachtal führt der Premiumwanderweg „Birgeler Urwald“.
Der KP 75 befindet sich am Ortsrand von Wildenrath. In Dalheim-Rödgen liegt am Kreisverkehr der KP 76. Radeln Sie ab hier in Richtung Oberkrüchten.
Hinter dem Ort geht es durch Fichtenwälder weiter. Auch diese Wälder gehören zum Waldgebiet des „Meinwegs“ und dieser hat seinen Ursprung im Mittelalter. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde der Wald durch die Bewohner von 14 umliegenden Dörfern beiderseits der heutigen Grenze gemeinsam genutzt und verwaltet. Es wurde Vieh geweidet, Heide geplaggt, Holz geschlagen und Torf gestochen. Dann endete die gemeinschaftliche Nutzung: Franzosen und Preußen parzellierten das Gebiet und verkauften es stückweise. Mit der Einführung von Kunstdünger am Ende des 19. Jahrhunderts reduzierte man die Nutzung der Waldflächen als Viehweide und wandelte sie in Äcker um. Um das Jahr 1930 veränderte sich der Meinweg weiter: Große Bereiche der Heide wurden mit Nadelbäumen bepflanzt. Diese wurden als Stützholz im Steinkohlebergbau eingesetzt.
Heute hat man erkannt, wie wertvoll die ursprüngliche mit Heide bewachsene, von kleinen Seen, Baumgruppen und Teichen durchzogenen Landschaft ist und welch unersetzlicher Rückzugsort für eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sie darstellt. Auf niederländischer Seite wurde das Gebiet in einen Nationalpark umgewandelt und in Deutschland stehen große Teile des Meinwegs unter Natur- bzw. Landschaftsschutz.
Kurz vor Oberkrüchten biegen Sie nach links zum KP 21.
Nach Elmpt mit dem KP 26 radeln Sie rund 600 Meter auf der Overhetfelder Straße und biegen dann links in die Straße Lehmkuhl ein. Hier liegt der Infopunkt Elmpt (Lehmkuhl 13, Treff 13). Zurück zum KP 26 und dann weiter zum KP 39 in Overhetfeld.
Hier befindet sich auch Haus Elmpt, welches anfangs des 12. Jahrhunderts erbaut wurde, wahrscheinlich zunächst als Bergfried.
Am KP 39 in Overhetfeld liegt die Elmpter Kapelle.
Durch das Schwalmbruch geht es zum niederländischen KP 19. Dieses Naturschutzgebiet entlang der Schwalm beherbergt viele selten Tier- und Pflanzenarten. So zum Beispiel die Gagelmoore mit dem wohlriechenden Gagelstrauch und Feuchtheiden mit Wollgras und Moorlilie. Sie bilden die Brutgebiete der seltenen Blaukehlchen und der Wasserralle.
Weiter geht es über die KP´s 20, 79, 56, 78 sowie 77 entlang und durch den niederländischen Nationalpark „De Meinweg“ nach Herkenbosch. Von hier aus radeln Sie zum KP 71 nahe der Rur.
Die Rur (niederländisch: Roer) ist ein 164,5 km langer rechter Nebenfluss der Maas, der durch Belgien, Deutschland und in die Niederlande fließt. Sie entspringt im Hohen Venn und mündet bei Roermond in die Maas. Die Brücke über die Rur bei Vlodrop hatte nach den beiden Weltkriegen eine wichtige Bedeutung für den Schmuggel zwischen diesem Ort und dem deutschen Dorf Effeld. Hier ging es nicht hauptsächlich um den Schmuggel von Zigaretten oder Kaffee, sondern Getreide, Viehfutter und Lebensmittel wurden auf Pfaden entlang des Flusses nach Deutschland getragen um die Hungerzeit nach den Kriegen zu überstehen. Ein Schmuggler hielt immer Ausschau nach Zöllnern und wurde man von diesen bemerkt, warf man die Säcke mit den Schmuggelwaren einfach in den Fluss. Die Strömung trug die Säcke zurück zur Brücke in Vlodrop, wo diese dann in weiser Voraussicht mit langen Stangen wieder herausgefischt wurden – und nach Trocknung unternahm man einen erneuten Versuch.
Vorbei am Effelder Waldsee mit Badestrand und Wasserskianlage geht es zum KP 25 in Effeld. Kurz zuvor erreichen Sie auf der Kreuzstraße 26 den Infopunkt Dorfzentrum Mittendrin.
In diesem Ort begann man zwischen 1950 und 1960 mit dem Spargelanbau. Das Leben im Ort wurde durch den neuen Erwerbszweig verändert. Kannte vor 50 Jahren noch kaum jemand das kleine Dorf, das sich hinter Wald abseits der großen Straßen versteckt, so hat es sich nun durch den Spargel, dem Effelder Spargelfest und den Effelder Waldsee zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. In der Spargelsaison von April bis Mitte Juni können Sie in den Restaurants im Ort den frisch zubereiteten Spargel genießen.
Über den KP 24 erreichen Sie den KP 28. Hier liegt das Schloss Elsum. Es ging einst aus einer Motte hervor, die wiederum in einem Hofgut ihren Ursprung hatte. Im Jahr 1280 war Franko von Elsum der Besitzer. Er stand 1288 in der Schlacht von Worringen auf Seiten der Verlierer und so kam der Hof Elsum in brabantischen Besitz. Der Herzog von Brabant belehnte 1325 den Edelherrn von Wassenberg mit dem Gut. Oft wechselten in den nachfolgenden Jahrhunderten die Besitzer und sie bauten es schließlich zu einem Schloss um. Das Schloss ist eine zweiteilige Anlage, bestehend aus der Anfang des 16. Jahrhunderts erbauten Kernburg sowie der Vorburg, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand. Die Kernburg steht auf einer unregelmäßig viereckigen, künstlich aufgeschütteten und ummauerten Insel. Sie ist von der Vorburg aus über eine Brücke zu erreichen. Das Herrenhaus hat drei Türme. Auch steht auf der Insel neben dem Herrenhaus die 1860 erbaute Schlosskapelle im Stil der Neugotik. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Schloss Elsum im Januar 1945 fast vollständig zerstört. Ab 1952 erfolgte ein vollständiger Wiederaufbau, welcher 1955 erfolgreich beendet wurde. Das Schloss befindet sich noch heute in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen.
Auf dem Weg zum KP 21 am Wassenberger Roßtor halten Sie doch einmal kurz hinter dem Schloss an. Wahrscheinlich bemerken Sie es nicht - aber Sie radeln gerade über den Grund von Rhein und Maas. Vor sehr langer Zeit flossen hier abwechselnd diese beiden Flüsse. Noch heute werden Kiese abgebaut, deren Gesteine ihren Ursprung in den Alpen oder den Ardennen haben. In der Ferne sehen Sie die Hügel des Wassnberger Horstes, der einst das Steilufer der beiden großen Flüsse war.
Am Knotenpunkt 21 erreichen Sie das Roßtor. Hier sollten Sie absteigen und einen Spaziergang durch den Ort unternehmen.
Kaiser Heinrich II. gab 1021 seinem Vasallen Gerhard von Antoing das Land an der unteren Rur. Nach dem Ausbau der Motte, dem heutigen Burgberg, nannte sich dieser „Graf von Wassenberg“. Einer seiner Nachfahren, Graf Gerhard III., stiftete 1118 die St. Georgs-Basilika. Im 12. Jahrhundert kam Wassenberg an die Herzöge von Limburg. 1206 tobte in der Ruraue bei Orsbeck die Schlacht um den deutschen Königsthron zwischen Philipp vom Schwaben und Otto IV. von Braunschweig.
Wassenberg besaß bereits 1273 Stadtrechte und wurde durch eine, noch heute teilweise erhaltene, Mauer mit Wehrtürmen geschützt. Bergfried (Burg) und Kirchturm entstanden nach 1400. In der Reformation wirkten die Wassenberger Prädikanten, die der Glaubensrichtung der Wiedertäufer zugeordnet wurden. Im 17. Jahrhundert gab es eine reformierte Gemeinde. Als Minderheit verfügte sie über eine eigene Hofkirche. Eine weitere Minderheit waren Juden, die bis 1938 eine kleine Synagoge besaßen, welche am Tag nach der Reichspogromnacht zerstört wurde.
Wassenberg gehörte nach den Revolutionskriegen bis 1814 zum französischen Roerdepartement und kam nach dem Wiener Kongress zu Preußen. Im 16. und 17. Jahrhundert brachten niederländische Glaubensflüchtlinge das Weberhandwerk nach Wassenberg. Daraus entstand Ende des 19. Jahrhunderts eine blühende Textilindustrie, die allerdings nach den 1960er Jahren langsam aus der gesamten Region verschwand.
In Richtung KP 29 radelnd, biegen Sie an der Ecke Parkstraße / Pontorsonallee nach links zum Naturpark-Tor ab.
Ausrüstung
Sicherheitshinweise
Weitere Informationen
Heinsberger Land
Tel.: +49 2452 131415 Fax: 131419
E-Mail: info@heinsberger-land.de
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