Routentipp 110 - 3. Raderlebnistag Niederrhein 2026 am 5. Juli 2026
Mittel
Rur- und Maastal
Das Tal der Rur geht in dieser Landschaft in die vor langer Zeit von Rhein und Maas gegrabene Niederung über. Wälder, Seen, kleine Ortschaften und denkmalgeschützte Bauten liegen auf Ihrem Weg.
Details der Tour
Empfohlene Jahreszeit
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Besonderheiten der Tour
Aussichtsreich / Geologische Highlights / Botanische Highlights / Kulturelle Highlights / Faunistische Highlights
Autorentipp
Wegbeschreibung
Vom Startort aus radeln Sie bergab bis zur Kreuzung Pontorsonalle / Parkstraße und folgen der Beschilderung zum Knotenpunkt (KP) 21 am Roßtor und weiter zum KP 22 bei Orsbeck, biegen jedoch am Zwischenwegweiser kurz vorher Richtung KP 23 ab - hier queren Sie die Rur - und über die KP´s 13 und KP 39 zum KP 35 geht es nach Haaren.
Vom KP 35 aus radeln Sie zum Infopunkt Waldfeucht-Haaren (Alter Klauser Kirchweg, Schwimmbad, 52525 Waldfeucht-Haaren) und dann weiter in Richtung KP 33, biegen jedoch am Zwischenwegweiser an der T-Kreuzung von "Hüttenweg" und "Obspringer Straße" nach rechts und an der nächsten T-Kreuzung nach links in die "Haarener Straße". Nach wenigen Metern nach rechts in den "Erksweg" abbiegend, folgen sie diesem Weg und radeln geradeaus in die Niederlande. Der "Waldfeuchterweg" führt Sie zu einer größeren Straße mit dem Namen "Echterboschlaan" an der der niederländische KP 41 liegt. Hier nach links und nach rund 1,6 Kilometern biegen Sie am KP 42 nach rechts in den "Vlaskuilseweg" ein, der Sie zum KP 01 führt. Weiter geht es über den KP 38, den KP 73 und den KP 37 zum KP 02. Über den KP 32 und den KP 43 erreichen Sie den KP 07 in Montfort.
Über die KP´s 03, 74 und 12 erreichen Sie den KP 75 in Sint Odilienberg. In Paarlo steht der KP 73, der Sie auf den KP 72 in Vlodrop verweist.
In Richtung KP 71 radelnd, erreichen Sie die Rurbrücke an Ortsausgang von Vlodrop. Dann folgen Sie den Hinweisen nach Deutschland (zum KP 25) nach Effeld. Hier liegt der Infopunkt Dorfzentrum Effeld auf der Kreuzstraße 26. Über die KP´s 24, und 28 erreichen Sie den KP 21 in Wassenberg. Hier radeln Sie Richtung KP 29 bis zur Ecke Parkstraße / Pontorsonallee und biegen nach links zum Naturpark-Tor ab.
Sehenswertes auf der Strecke:
Vom Infopunkt Wassenberg aus radeln Sie durch die Stadt zum KP 21 und dann bis kurz vor den KP 22. Rund 100 Meter vor diesem Knotenpunkt verweist Sie ein Zwischenwegweiser zum nächsten Knotenpunkt. Die Rur queren Sie am KP 23 und radeln zum KP 13 und dann zum KP 14 in Karken. Dieser leitet Sie zum KP 39 in Haaren.
Auf der Brauereistraße in Haaren können Sie die erhaltenen Kupferkessel der ehemaligen Brauerei sehen. Hier wurde von 1934 bis 1977 Bier gebraut und in der Region vertrieben. Heute dienen die Gebäude zur Produktion von Speiseeis.
Vom KP 35 aus radeln Sie zum Infopunkt Waldfeucht (Alter Klauser Kirchweg, Schwimmbad, 52525 Waldfeucht-Haaren) und weiter in Richtung KP 33, biegen jedoch am Zwischenwegweiser an der T-Kreuzung von "Hüttenweg" und "Obspringer Straße" nach rechts und an der nächsten T-Kreuzung nach links in die "Haarener Straße". Nach wenigen Metern nach rechts in den "Erksweg" abbiegend, folgen sie diesem Weg und radeln geradeaus in die Niederlande. Der "Waldfeuchterweg" führt Sie zu einer größeren Straße mit dem Namen "Echterboschlaan". Hier nach links nach einigen hundert Metern biegen Sie nach rechts in den "Vlaskuilseweg" ein, der Sie zum niederländischen KP 01 führt. Weiter geht es über den KP 02 Richtung KP 07 in Montfort.
Machen Sie einen kurzen Abstecher zum Kasteel Montfort. Um 1260 wurde die Burg im Auftrag von Heinrich III. von Gelre errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte verwandelte sich die wehrhafte Anlage durch Kriege und Brände langsam in eine Ruine, die den Menschen der Umgebung auch als Steinbruch diente. Ab dem Jahr 2006 sicherte man die Gebäudereste. Sie wurde von Archäologen untersucht und restauriert. Auch die Landschaft rund um das Kasteel bezog man in diese Arbeiten mit ein. Heute kann man auf der südlichen Seite des Kasteels in einem französischen Gartens mit Wasserspielen spazieren gehen - an dem Ort, an dem er auch 1750 lag. Empfehlenswert ist auch das Informationszentrum im Kasteel rund um das Thema „Burg und Landschaft“. http://www.kasteelmontfort.nl
Über die KP´s 03, 74 und 12 erreichen Sie den KP 75 in Sint Odilienberg.
Interessant für Sie könnte der Besuch der Sint-Petrusberg–Basilika und Kapelle auf dem Hügel sein. Auf ihm befinden sich die den Heiligen Wiro, Plechelm und Otger geweihte Basilika und unmittelbar daneben die Kapelle Onze Lieve Vrouwekapel. Die Kapelle wurde ursprünglich als Pfarrkirche genutzt, die Basilika zunächst als Gotteshaus eines von den angelsächsischen Missionaren und Heiligen im achten Jahrhundert gegründeten und der Überlieferung nach von Pippin dem Mittleren gestifteten Klosters. Archäologische Untersuchungen belegen eine gemauerte Saalkirche aus dem neunten Jahrhundert an der Stelle der heutigen Basilika, an die im zehnten Jahrhundert ein Chor angebaut worden war. Das Hauptschiff der heutigen Basilika hat seinen Ursprung im elften Jahrhundert, das Querschiff entstand im zwölften Jahrhundert und der Chor mit seinen beiden Türmen wurde um 1200 erbaut.
Gegen Ende des II. Weltkriegs sprengten deutsche Truppen die beide Türme. Dies richtete auch große Schäden am Chor und dem Querschiff an. Zwischen 1949 und 1951 wurden die Gebäude wiederhergestellt, doch das Erdbeben von Roermond 1992 verursachte neue Schäden an der Kirche, die bis 1994 beseitigt wurden.
Das kleine, aber sehr interessante Roerstreekmuseum am Fuß des Hügels bietet eine Dauerausstellung zur Geschichte der Region. Gezeigt wird Wissenswertes zur Geologie und Funde von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Darüber hinaus finden regelmäßig temporäre Ausstellungen zu einzelnen Themen statt. www.roerstreekmuseum.nl
In Paarlo steht der KP 73, der Sie auf den KP 72 in Vlodrop verweist. In Richtung KP 71 radelnd, erreichen Sie die Bücke über die Rur am Ortsende des Dorfes.
Die Brücke über die Rur hatte nach den beiden Weltkriegen eine wichtige Bedeutung für den Schmuggel zwischen Vlodrop und dem deutschen Ort Effeld. Hier ging es nicht hauptsächlich um den Schmuggel von Zigaretten oder Kaffee, sondern Getreide, Viehfutter und Lebensmittel wurden auf Pfaden entlang des Flusses nach Deutschland getragen, um die Hungerzeit nach den Kriegen zu überstehen. Ein Schmuggler hielt immer Ausschau nach Zöllnern und wurde man von diesen bemerkt, warf man die Säcke mit den Schmuggelwaren einfach in den Fluss. Die Strömung trug die Säcke zurück zur Brücke in Vlodrop, wo diese dann mit langen Stangen wieder herausgefischt wurden – und nach Trocknung unternahm man einen erneuten Versuch.
Nachdem Sie den KP 71 erreicht haben, folgen Sie den Hinweisen nach Deutschland (zum KP 25) nach Effeld. Kurz hinter der Grenze liegt der Effelder Waldsee. Beim Effelder Waldsee handelt es sich um eine ehemalige Nassabgrabung, in der von circa 1956 bis 1988 Sand und Kies gewonnen wurde. Heute liegt der See in einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet und umfasst etwa 38 Hektar. Der Premiumwanderweg "Rodebeek" führt im Norden entlang des Rothenbaches an ihm vorbei. Im Osten stößt er an ein Waldgebiet, während im Süden und Westen das Dorf Effeld und Ackerflächen an ihn grenzen. Ein Rundwanderweg führt um den See. Der südliche Teil des Sees wird zum Baden und von einer Wasserskianlage genutzt. Von der Terrasse des Restaurants hat man einen schönen Blick auf die trainierenden Wasserskiläufer – manchmal sehr unterhaltsam.
Auf dem Weg zum nächsten Knotenpunkt erreichen Sie den Infopunkt Wassenberg-Effeld im Dorfzentrum Mittendrin (Kreuzstraße 26).
Inmitten des Ortes liegt der KP 25. Effeld ist weit über die Region als Spargeldorf bekannt. Auf den sandigen Böden rund um das Dorf wird das Edelgemüse angebaut und kommt in der Saison von April bis Juni in den Restaurants im Ort frisch auf den Tisch.
Über den KP 24 erreichen Sie den KP 28 an Schloss Elsum. Es ging aus einer Motte hervor, die wiederum in einem Hofgut ihren Ursprung hatte. Im Jahr 1280 war Franko von Elsum der Besitzer. Er stand 1288 in der Schlacht von Worringen auf Seiten der Verlierer und so kam der Hof Elsum in brabantischen Besitz. Der Herzog von Brabant belehnte 1325 den Edelherrn von Wassenberg mit dem Gut. Oft wechselten in den nachfolgenden Jahrhunderten die Besitzer und sie bauten es schließlich zu einem Schloss um. Das Schloss ist eine zweiteilige Anlage, bestehend aus der Anfang des 16. Jahrhunderts erbauten Kernburg sowie der Vorburg, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand. Die Kernburg steht auf einer unregelmäßig viereckigen, künstlich aufgeschütteten und ummauerten Insel. Sie ist von der Vorburg aus über eine Brücke zu erreichen. Das Herrenhaus hat drei Türme. Auch steht auf der Insel neben dem Herrenhaus die 1860 erbaute Schlosskapelle im Stil der Neugotik. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Schloss Elsum im Januar 1945 fast vollständig zerstört. Ab 1952 erfolgte ein vollständiger Wiederaufbau und wurde 1955 beendet. Das Schloss befindet sich noch heute in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen.
Auf dem Weg zum KP 21 in Wassenberg radeln Sie nun über den Grund von Rhein und Maas. Vor sehr langer Zeit flossen hier abwechselnd diese beiden Flüsse. Noch heute werden Sande und Kiese abgebaut, die ihren Ursprung in den Alpen oder den Ardennen haben. Sie sehen auch den Höhenzug des Wassenberger Riedelland, dicht bewaldet im Norden. Es hat seinen Namen von den vielen Bächen, die in den Höhenzug kleine Täler geschnitten (geriedelt) haben. Eine vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft mit dichten Wäldern, Heideflächen und sumpfigen Abschnitten liegt hier. Heute von Fichten, Kiefern und großen lichten Buchen- und Eichenwäldern bewachsen, bietet sie einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen eine Heimat. Reh- und Schwarzwild kommen in den Wäldern vor. Auch Dachs, Schwarzspecht und Dohle sind hier heimisch. An kleineren Tieren sind die Kreuzkröte, die Zauneidechse und die Schlingnatter zu nennen. Viele Insektenarten, u. a. der Ameisenlöwe und die Wegwespe, leben in dieser vielgestaltigen Landschaft.
Den KP 21 in Wassenberg erreichen Sie am historischen Roßtor. Kaiser Heinrich II. gab 1021 seinem Vasallen Gerhard von Antoing das Land an der unteren Rur. Nach dem Ausbau der Motte, dem heutigen Burgberg, nannte sich dieser „Graf von Wassenberg“. Einer seiner Nachfahren, Graf Gerhard III., stiftete 1118 die St. Georgs-Basilika. Im 12. Jahrhundert kam Wassenberg an die Herzöge von Limburg. Wassenberg besaß bereits 1273 Stadtrechte und wurde durch eine, noch heute teilweise erhaltene, Mauer mit Wehrtürmen geschützt. Bergfried (Burg) und Kirchturm entstanden nach 1400.
In der Reformation wirkten die Wassenberger Prädikanten, die der Glaubensrichtung der Wiedertäufer zugeordnet wurden. Im 17. Jahrhundert gab es eine reformierte Gemeinde. Als Minderheit verfügte sie über eine eigene Hofkirche.
Eine weitere Minderheit waren Juden, die bis 1938 eine kleine Synagoge besaßen, welche am Tag nach der Reichspogromnacht zerstört wurde.
Wassenberg gehörte nach den Revolutionskriegen bis 1814 zum französischen Roerdepartement und kam nach dem Wiener Kongress zu Preußen. Im 16. und 17. Jahrhundert brachten niederländische Glaubensflüchtlinge das Weberhandwerk nach Wassenberg. Daraus entstand Ende des 19. Jahrhunderts eine blühende Textilindustrie, die allerdings nach den 1960er Jahren langsam aus der gesamten Region verschwand. Wandern Sie vom Roßtorplatz doch einmal durch die Straßen und Gassen und entdecken die Relikte der Vergangenheit.
In Richtung KP 29 bis zur Ecke Parkstraße / Pontorsonallee radelnd biegen Sie dann nach links ein und erreichen Ihren Ausgangspunkt am Naturpark-Tor.
Ausrüstung
Des weiteren sind Sie mit dem Wetter angepasster Kleidung, genügend Wasser und ein wenig Verpflegung bestens ausgerüstet für die Tour.
Sicherheitshinweise
Weitere Informationen
Heinsberger Land
Tel.: +49 2452 131415 Fax: 131419
E-Mail: info@heinsberger-land.de
Internet: www.heinsberger-land.de