Routentipp 108 (Abkürzung GA-SK) - 3. Raderlebnistag Niederrhein 2026 am 5. Juli 2026
Mittel
Bachtour: Weit in Deutschlands Westen entlang von Rodebach und Saeffeler Bach.
Details der Tour
Empfohlene Jahreszeit
- J
- F
- M
- A
- M
- J
- J
- A
- S
- O
- N
- D
Besonderheiten der Tour
Aussichtsreich / Geologische Highlights / Botanische Highlights / Kulturelle Highlights / Faunistische Highlights
Wegebeschaffenheit
Autorentipp
Wegbeschreibung
Sie radeln ins Rodebachtal zum Knotenpunkt (KP) 51. Der KP 52 und der KP 44 in Süsterseel sind die nächsten Stationen. Über den KP 46 gelangen Sie zum KP 41 in Tüddern.
Auf dem Weg zum niederländischen KP 18 (im Gegensatz zum deutschen Knotenpunktsystem haben die niederländischen Schilder eine grüne Schrift) kommen Sie durch Millen.
Kurz radeln Sie durch die Niederlande, queren die Grenze nach Deutschland, fahren durch Isenbruch und erreichen in Schalbruch den KP 42. Am Ortsende von Havert liegt der KP 43 und durch das Naturschutzgebiet Höngener und Saeffeler Bruch erreichen Sie kurz vor dem KP 53 den Infopunkt Selfkant (Diecker Radfahrertreff, Diecker Weg 19, Selfkant-Dieck).
Durch Breberen hindurch geht es zum KP 54. Der KP 55 in Brüxgen leitet Sie zurück nach Gangelt in Richtung KP 51. Nachdem Sie den Ort durchfahren haben erreichen Sie den Infopunkt Gangelt am Freizeitzentrum.
Sehenswertes auf der Strecke:
Am Infopunkt Gangelt (Freizeitzentrum Gangelt, Am Freibad 13, 52538 Gangelt) befindet sich auch das Infocenter zum grenzüberschreitenden Landschaftspark. Dieses ist das Tor zum „Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek" mit seinen ausgeschilderten Wander-, Rad-, und Reitwegen, ebenso finden Sie Informationen über die Region. Das Bistro & Café mit seinen Außenterrassen liegt idyllisch am Kahnweiher und lädt zu Kaffee und Kuchen, Eis und frischen Getränken ein. In der Nähe liegen auch das Freibad, eine Minigolfanlage, ein Wohnmobilstellplatz und ein Restaurant.
Durch den Natuur- und Landschaftspark radelnd erreichen Sie den KP 52 nahe des Wildparks Gangelt. Kinder kommen hier auf ihre Kosten, denn im Kinderzoo lassen sich Schafe, Esel und Ziegen gerne füttern oder sie toben sich auf dem Abenteuerspielplatz aus. Auch das Bienenhaus und die spektakuläre Greifvogelschau sind beliebt. Besonders sind jedoch die vielen verschiedenen Tierarten, darunter Braun- und Waschbären, Wölfe, Luchse und Wildschweine, die in großzügigen Freianlagen zu bewundern sind. https://www.wildpark-gangelt.com
In Süsterseel befindet sich der KP 44, der KP 46 im Naturschutzgebiet Tüdderner Fenn. In Tüddern radeln sie auf dem Weg zum KP 41 am Bauernmuseum Selfkant vorbei. Vom alten Traktor bis hin zu Großmutters Bauernküche gibt es in der 2000 qm großen Ausstellungshalle viel Heimatgeschichte in einer einzigartigen Sammlung alter Schätze zu entdecken. Besucher bekommen ein Bild von der landwirtschaftlichen Arbeit zu früheren Zeiten. http://www.bauernmuseum-selfkant.de
Auf dem weiteren Weg erreichen Sie Selfkant-Millen. Ein Spaziergang rund um die Kirche ist empfehlenswert. Die Propstei, die restaurierte Zehntscheune und die in Teilen im 11. Jahrhundert erbaute Kirche bilden ein beeindruckendes Ensemble. Die Zehntscheune wurde 1788 errichtet. Im 12. Jahrhundert gehörte das Areal zur Benediktinerabtei Siegburg, die eine Propstei errichtete. Diese stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und wurde 1701 und 1827 umgebaut. In der Pfarrkirche St. Nikolaus stehen besonders herausragende Beispiele der spätmittelalterlichen Holzschnitzkunst zwischen Maas und Rur: eine Anna Selbdritt, eine Augustinus- und eine Balbina-Figur (alle Anfang des 16. Jahrhunderts), eine Mutter-Gottes (um 1500) und eine Turmmonstranz (in Teilen 15. Jahrhundert).
Das "Haus der Westgrenze" ganz im Westen Deutschlands in der Probstei zeigt eine Ausstellung so vielseitig wie die Geschichte der Region. Neben Relikten aus der frühen Zeit des Ortes Millen wie Urkunden, Scherben und Siegel, gibt es anschauliches aus der Ära der niederländische Verwaltung. Auffälliges Zeichen ist die niederländische Flagge, die zu diesem Beginn im Selfkantort Tüddern am 23. April 1949 gehisst wurde. Und auch der damals so umtriebige Grenzschmuggel kommt nicht zu kurz. Ein Pelzmantel in dessen Saum Waren versteckt wurden oder der symbolträchtige (halbierte) VW-Käfer welcher gleichzeitig Infos zum "Muckefuck" preisgibt sind wahre Prunkstücke. Und dann auch noch eine Telefonzelle, die wohl so manchem "Handy"-Nutzer ein Buch mit sieben Siegeln ist ...
Bald radeln Sie in die Niederlande hinein und kommen zum KP 18/NL. Doch kurze Zeit später, in Richtung KP 42 fahrend, verlassen Sie unser Nachbarland wieder.
Am Ortseingang von Isenbruch können Sie einen Abstecher zum Westlichsten Punkt Deutschlands machen. Wenden Sie sich nach links und radeln die Kreisstraße in Richtung Susteren. Sie erreichen bald Deutschlands „Land‘s End“. Seit dem 20. Juni 2015 bietet der „Erlebnisraum Westzipfel“ einen attraktiven Anlaufpunkt im Radroutennetz. Entlang des Rodebachs können Besucher gemütlich „grenzwandeln“ um schließlich im äußersten Westzipfel Platz zu nehmen. Im Gelände erfahren Sie Interessantes zur wechselhaften „Zipfelgeschichte“, so z. B. dass der Zipfel auch einmal abgeschnitten war oder dass ein Kohleschuppen die Grenzziehung beeinflusste. Wer das „Schmalste Stückchen Niederlande“ erkunden möchte, geht über die kleine Verbindungsbrücke über den Bach, wo ebenfalls ein Radweg verläuft, der in das beschilderte Knotenpunktsystem integriert ist. Im Gelände finden sich Sitzstufen am Bach, Bänke und Hocker auf der Wiese laden zum Picknicken und Verweilen ein, der Unterstand bietet einen willkommenen Schutz bei Regen. Eine Orientierungskarte für Radfahrer liefert praktische Tipps mit Touren und Attraktionen. https://heinsberger-land.de/highlights/der-westliche-punkt-deutschlands
Zurück auf der Route fahren Sie durch Isenbruch zum KP 42 in Schalbruch und zum KP 43 in Havert. Über Höngen führt die Strecke durch das Naturschutzgebiet Höngener und Saeffeler Bruch und erreichen kurz vor dem KP 53 Ihren den Infopunkt Selfkant (Diecker Radfahrertreff, Diecker Weg 19, Selfkant-Dieck).
Durch das Saeffeler Bruch geht es zum KP 53 und weiter zum KP 54 hinter Breberen. Weithin sichtbar steht hier eine Turmwindmühle (Bergholländer), die 1842 erbaut wurde. Sie ist voll funktionsfähig und wird regelmäßig betrieben. Gruppenführungen erfolgen durch den Verein Historische Mühlen im Selfkant e.V. nach Vereinbarung ( http://www.muehlenverein-selfkant.de ). Direkt neben der Windmühle befindet sich das „Café aan de Müehle“, in dem Sie auf Ihrer Fahrradtour ein leckeres Stück Kuchen und einen Kaffee genießen können.
Die Strecke führt nach Brüxgen zum KP 55. Von hier aus folgen Sie der Beschilderung zum KP 51 im Rodebachtal.
Wenige Meter neben der Route am nördlichen Ortseingang von Gangelt, am Schnittpunkt des 6. östlichen Längengrades und des 51. Breitengrades, befindet sich das Denkmal für Gerardus Mercator (1512 bis 1594). Er war Karthograph, Globenmacher und Instrumentenbauer. Seine Karten und Globen galten als die besten seiner Zeit. Der Weltkarte legte Mercator ein Netz von Längen- und Breitengraden über und schuf so die die erste ebene, winkeltreue Karte der Erde. Einen Teil seiner Kindheit (1512 bis 1518) verbrachte Mercator in Gangelt. Geboren wurde er allerdings im hundert Kilometer entfernten Rupelmonde bei Antwerpen, als seine Eltern zu Besuch beim Bruder des Vaters waren. Nach der Geburt kehrten Eltern samt Sohn nach Gangelt zurück. Später ging Gerardus Mercator an die Universität Löwen, um seinen Magister zu machen. Danach spezialisierte er sich auf Geographie und Kosmographie. Jahre später (1552) zog Mercator mit seiner Familie nach Duisburg, wo er für den Herzog von Jülich-Kleve-Berg Vermessungen durchführte und Karten anfertigte. In der Duisburger Salvatorkirche liegt er begraben.
Auch diese Website arbeitet noch heute auf der Grundlage von Mercators Idee der Erstellung von Karten in einem Raster von Längen- und Breitengraden. Wer sich Mercators Karten genauer ansieht, merkt, dass er eine besondere Beziehung zu Gangelt hatte. In seinem Kartenwerk „Tabula Germanica" sind die Orte Gangelt, Rodebach oder Hastenrath verzeichnet, während andere, größere Orte in Deutschland fehlen.
In Gangelt gibt es noch viele erhaltene Reste der mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Um 1250 wurde Gangelt mit einer Stadtbefestigung versehen. Im Jahr 1400 verfügte der Ort über eine Stadtmauer mit vier Stadttoren, von denen drei erhalten sind: Das Heinsberger Tor, das Untergeschoss des Burgturmes (dies war auch ein Stadttor) und das Bruchtor. Reste der Stadtmauer mit kleineren Türmen sind in der Nähe des Heinsberger Tores zu sehen. Burgunder zerstörten die 1543 die Befestigungsanlagen, die dann jedoch wieder aufgebaut und verstärkt wurden. Die Burg wurde 1791 bis auf den erhaltenen Bergfried abgebrochen. Während des II. Weltkrieges schädigten Kämpfe den historischen Ortskern weiter. In den 1980er Jahren fanden dann umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt.
In der Mitte des Ortes steht die dreischiffige gotische Basilika St. Nikolaus aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sehenswert in der Kirche ist die Kreuzigungsgruppe, eine niederrheinische Arbeit (um 1500). Auch das Alte Rathaus nahe der Kirche sollten Sie sich anschauen. In ihm ist heute ein Café untergebracht. Vor dem Alten Rathaus steht eine bronzene Figur einer Gans – erkundigen Sie sich einmal nach der Geschichte hinter dieser Skulptur!
In Richtung KP 51 radelnd erreichen Sie den Infopunkt Gangelt - Ihren Ausgangspunkt
Ausrüstung
Sicherheitshinweise
Weitere Informationen
Heinsberger Land
Tel.: +49 2452 131415 Fax: 131419
E-Mail: info@heinsberger-land.de
Internet: www.heinsberger-land.de