Routentipp 107 (Abkürzung GK-GA) - 3. Raderlebnistag Niederrhein 2026 am 5. Juli 2026
Mittel
Die Tour führt von Geilenkirchen entlang der Wurm, durch den Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek, über Gangelt mit seinen mittelalterlichen Befestigungsanlagen und zurück über freies Feld zum Ausgangspunkt.
Details der Tour
Empfohlene Jahreszeit
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Besonderheiten der Tour
Aussichtsreich / Geologische Highlights / Botanische Highlights / Kulturelle Highlights / Faunistische Highlights
Wegebeschaffenheit
Autorentipp
Wegbeschreibung
Vom Infopunkt Geilenkirchen Markt in der Nähe des Knotenpunktes (KP) 01 radeln Sie im Tal des Flüsschens Wurm zum KP 63, KP 64 und zum KP 02 bei Neuteveren. In Gillrath liegt der KP 03 und durch das Rodebachtal fahrend passieren Sie den KP 57 bei Stahe. Etwas weiter befindet sich der KP 51.
Der Infopunkt Gangelt (Freizeitzentrum Gangelt, Am Freibad 13, 52538 Gangelt) liegt am Ortseingang auf dem Weg zum KP 55 in Brüxgen.
Der KP 56 in Schierwaldenrath ist das nächste Ziel und leitet zum KP 19. Über Waldenrath, Straeten und Uetterath geht es weiter zum KP 18. An der Wurm liegt der KP 05.
Am KP 08 orientieren Sie sich in Richtung KP 01, der in der Nähe des Ausgangspunktes der Tour Geilenkirchen Markt liegt.
Sehenswertes auf der Strecke:
Der KP 01 befindet sich in direkter Nähe zum Startort der Tour, dem Infopunkt Geilenkirchen ( Markt, 52511 Geilenkirchen).
In der Innenstadt lohnt ein Blick auf Haus Basten. Die Halle und die angrenzenden Zimmer im Haus Basten mit ihren Einrichtungsgegenständen aus der Zeit des Barocks bis zur Gründerzeit zeigen die Wohnkultur einer wohlhabenden Bürgerschicht. Im Gebäude, das seit 1986 durch die Stadt Geilenkirchen als öffentliche Begegnungsstätte genutzt wird, befinden sich heute unter anderem ein Museumszimmer und das Trauzimmer des Standesamtes. In den Räumen finden regelmäßig Konzerte, Lesungen, Ausstellungen sowie weitere kulturelle Veranstaltungen statt.
Von Geilenkirchen Markt in der Nähe des Knotenpunktes (KP) 01 radeln Sie entlang der Wurm zum KP 63 und dann zum KP 64.
Hinter dem KP 02 bei Neuteveren liegt die Basis der NATO-Frühwarnflotte mit ihrer 3000 m langen und 45 m breiten Start- und Landebahn. Der Flugbetrieb des AWACS-Verbandes wurde im Februar 1982 nach Auslieferung der ersten E3A-Maschine aufgenommen. Am 31. März 1982 übergab die Bundesrepublik Deutschland den Flugplatz offiziell an die NATO.
Vorbei am Naturschutzgebiet Panneschopp gelangen Sie nach Gillrath, wo sich der KP 03 befindet. Wenige Meter davon entfernt liegt einer der Endbahnhöfe der Selfkantbahn. Sie ist die letzte meterspurige Dampfkleinbahn in NRW. Eine Fahrt mit ihr wird zum besonderen Erlebnis – nicht nur für Nostalgiker und Technikfans. Das historische Flair, dem sich alle Mitarbeiter liebevoll hingeben, sorgt für den besonderen Charme der Selfkantbahn. Mit gemütlichen 20 km/h schnauft sie durch die Landschaft. Sogar die Fahrkarten, die der uniformierte Schaffner mit seiner Lochzange durchknipst, sind noch wie früher aus Pappe. Die Selfkantbahn steht übrigens auch heute noch als Transportmittel zur Verfügung: Nicht nur Fahrgäste sondern auch deren Fahrräder werden gerne mitgenommen. Ein Besuch ist also problemlos mit einigen unserer schönsten Fahrradrouten zu verbinden.
Entlang des Rodebaches radelnd erreichen Sie den KP 57 am Ortsrand von Stahe.
Hier beginnt der Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek. Das Jahrhunderte alte Feuchtgebiet entlang des Rodebaches wurde lange Zeit systematisch trockengelegt, gerade Abflussrinnen und öde landwirtschaftliche Flächen prägten die Landschaft. Nach einer umfangreichen Renaturierung erhält die Natur nun wieder ihren freien Lauf. Mit den renaturierten Bachtälern und den weitläufigen Weidegebieten hat die Entwicklung der Natur neue Impulse bekommen. Ein kleinteiliges Landschaftsmosaik aus nährstoffreichen Sümpfen, blumenreichen Wiesen und feuchten Wäldchen entwickelte sich und bietet eine Heimat für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Vom wachsenden Angebot an Röhricht und Sträuchern profitieren Brutvögel und Libellen, die blumenreichen Weiden sind ein Eldorado für Schmetterlinge. Schottische Hochlandrinder ziehen in Familiengruppen durch das Gebiet und sorgen mit der Beweidung für den Erhalt der großen offenen Wiesenflächen.
Auf der niederländischen Seite liegt mit dem Schinvelder Wald eines der größten Waldgebiete in Südlimburg. Tonschichten sorgen im Süden für einen feuchten Boden und wertvolle Waldbiotope. Im sandigen Norden erinnern vereinzelte Heidesträucher an die frühere Heidelandschaft. Im 19. Jahrhundert pflanzte man den heutigen Kiefernwald, dessen Holz als Stützen in den Bergwerksstollen zum Einsatz kam. Heute darf der Wald sich frei entwickeln: Umgefallene Bäume bleiben liegen, der Wald lichtet sich und allmählich stellt sich ein natürlicher Laubwald mit Birken und Eichen wieder ein.
Von einer über 700-jährigen Geschichte können die 14 Öl- und Getreidemühlen erzählen, die sich entlang von Rodebach und Roode Beek reihten. 1970 wurde die letzte Mühle still gelegt. Die Gebäude und Mühlsteine sind oftmals noch erhalten geblieben und mancherorts sind die Müller zu Gastwirten geworden.
Bald kommen Sie zum KP 51, biegen nach rechts und erreichen kurze Zeit später den Infopunkt Gangelt (Freizeitzentrum Gangelt, Am Freibad 13, 52538 Gangelt).
Das Infocenter ist das Tor zum "Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek" mit seinen ausgeschilderten Wander-, Rad-, und Reitwegen. Hier erhalten Sie Information über die Region. Das Bistro & Café mit seinen Außenterrassen liegt idyllisch am Kahnweiher und lädt zu Kaffee und Kuchen, Eis und frischen Getränken ein.
Durch den Ort Gangelt in Richtung KP 55 fahrend, können Sie vieles entdecken: Um 1250 wurde Gangelt mit einer Stadtbefestigung versehen. Im Jahr 1400 verfügte diese über eine Stadtmauer mit vier Stadttoren, davon sind drei erhalten: Das Heinsberger Tor, das Untergeschoss des Burgturmes (dies war auch ein Stadttor) und das Bruchtor. Reste der Stadtmauer mit kleineren Türmen sind in der Nähe des Heinsberger Tores erhalten. Burgunder zerstörten die 1543 die Befestigungsanlagen, die dann wieder aufgebaut und verstärkt wurden. Die Burg wurde 1791 bis auf den erhaltenen Bergfried abgebrochen. Während des II. Weltkrieges schädigten Kämpfe den historischen Ortskern weiter. In den 1980er Jahren fanden dann umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt.
In der Mitte des Ortes steht die dreischiffige gotische Basilika St. Nikolaus aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sehenswert in der Kirche ist die Kreuzigungsgruppe, eine niederrheinische Arbeit um 1500.
Interessant ist auch das Alte Rathaus nahe der Kirche. In ihm ist heute ein Café untergebracht. Vor dem Alten Rathaus steht eine bronzene Figur einer Gans – erkundigen Sie sich einmal nach der Geschichte hinter dieser Skulptur!
Nahe des nördlichen Ortsausgangs, am Schnittpunkt des 6. östlichen Längengrades und des 51. Breitengrades, steht ein Denkmal für Gerardus Mercator (1512 bis 1594). Er war ein Karthograph, Globenmacher und Instrumentenbauer. Die Karten und Globen galten als die besten jener Zeit. Seiner Weltkarte legte Mercator ein Netz von Längen- und Breitengraden über und schuf so die die erste ebene, winkeltreue Karte der Erde.
Einen Teil seiner Kindheit (1512 bis 1518) verbrachte Mercator in Gangelt. Geboren wurde er allerdings im hundert Kilometer entfernten Rupelmonde bei Antwerpen, als seine Eltern zu Besuch beim Bruder des Vaters waren. Nach der Geburt kehrten Eltern samt Sohn nach Gangelt zurück. Später ging Gerardus Mercator an die Universität Löwen um seinen Magister zu machen. Danach spezialisierte er sich auf Geographie und Kosmographie. Jahre später (1552) zog Mercator mit seiner Familie nach Duisburg, wo er für den Herzog von Jülich-Kleve-Berg Vermessungen durchführte und Karten anfertigte. In der Duisburger Salvatorkirche wurde er begraben.
Auch diese Website arbeitet noch heute auf der Grundlage von Mercators Idee der Erstellung von Karten in einem Raster von Längen- und Breitengraden. Wer sich Mercators Karten genauer ansieht, merkt, dass er eine besondere Beziehung zu Gangelt hatte. In seinem Kartenwerk "Tabula Germanica" sind die Orte Gangelt, Rodebach oder Hastenrath verzeichnet, während andere größere Orte in Deutschland fehlen.
Vom KP 55 am Ortsrand von Brüxgen radeln Sie zum KP 56 in Schierwaldenrath. Hier lohnt ein kurzer Abstecher zum anderen Endbahnhof der Selfkantbahn mit Museumshalle.
Über das freie Feld geht es zum KP 19 und über die Orte Pütt, Waldenrath, Straeten und Uetterath zum KP 18. Vom KP 05 an der Wurm aus radeln Sie zum KP 08.
Das ca. 53 Kilometer lange Flüsschen schlängelt sich von seinem Quellgebiet in Aachen über Würselen und Herzogenrath in das Heinsberger Land und mündet in der Nähe von Kempen in die Rur. An ihren Ufern stehen im Heinsberger Land oft Herrenhäuser, die ab dem Mittelalter direkt an der Wurm erbaut wurden.
Radeln Sie am Knotenpunkt 08 in Richtung KP 01 und nach einiger Zeit erreichen Sie wieder den Infopunkt Geilenkirchen Markt.
Ausrüstung
Des weiteren sind Sie mit dem Wetter angepasster Kleidung, genügend Wasser und ein wenig Verpflegung bestens ausgerüstet für die Tour.
Sicherheitshinweise
Weitere Informationen
Heinsberger Land
Tel.: +49 2452 131415 Fax: 131419
E-Mail: info@heinsberger-land.de
Internet: www.heinsberger-land.de