Routentipp 107 - 3. Raderlebnistag Niederrhein am 5. Juli 20267
Schwer
Über offene Feldfluren ins Wurmtal und durch den Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek führt die Route dann über freies Feld vorbei an der Windmühle Breberen zurück nach Heinsberg.
Details der Tour
Empfohlene Jahreszeit
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Besonderheiten der Tour
Aussichtsreich / Geologische Highlights / Botanische Highlights / Kulturelle Highlights / Faunistische Highlights
Wegebeschaffenheit
Autorentipp
https://www.rodebach.eu
Wegbeschreibung
Vom Startort Heinsberg (Bootshaus am Lago Laprello, Fritz-Bauer-Straße, 52525 Heinsberg) radeln Sie zunächst in die Stadt zum Knotenpunkt (KP) 11 am Busbahnhof. Weiter geht es zum KP 20 und dann zum KP 12 außerhalb des Ortes. Über die offene Flur erreichen Sie den KP 19 und vorbei an den Orten Waldenrath und Straeten sowie durch Uetterath hindurch den KP 18. Via KP 05 geht es ins Tal der Wurm zum KP 08.
In der Nähe des KP 01 liegt der Infopunkt Geilenkirchen (Markt, 52511 Geilenkirchen). Von hier aus radeln Sie in Richtung KP 63 bei Frelenberg.
Der Weg führt hinaus aus dem Tal der Wurm zum KP 64 und zum KP 02 bei Neuteveren. In Gillrath liegt der KP 03 und durch das Rodebachtal radelnd passieren Sie den KP 57 bei Stahe. Etwas weiter befindet sich der KP 51.
Der Infopunkt Gangelt (Freizeitzentrum Gangelt, Am Freibad 13, 52538 Gangelt) liegt am Ortsrand auf dem Weg zum KP 55 in Brüxgen. Nahe der Windmühle Breberen finden Sie den KP 54. Der KP 47 und der KP 48 sind die nächsten Stationen auf dem Weg zum KP 49 in Braunsrath. Über die KP 12, 20, 11 und dann Richtung KP 13 radelnd, erreichen Sie den Ausgangspunkt der Rundtour am Lago Laprello.
Sehenswertes auf der Strecke:
Von Heinsberg (Bootshaus am Lago Laprello, Fritz-Bauer-Straße, 52525 Heinsberg) radeln Sie zunächst zum Knotenpunkt (KP) 11 am Busbahnhof in der Innenstadt und weiter zum KP 20. Der KP 12 liegt bereits außerhalb des Ortes. Von hier aus haben Sie einen weiten Blick auf die umgebende Landschaft und den „Selfkantdom“. Über das freie Feld geht es weiter durch Laffeld zum KP 19 und durch die Orte Pütt, Waldenrath, Straeten und Uetterath radelnd zum KP 18. Vom KP 05 im Tal der Wurm geht es zum KP 08.
Das ca. 53 Kilometer lange Flüsschen schlängelt sich von seinem Quellgebiet in Aachen über Würselen und Herzogenrath in das Heinsberger Land und mündet in der Nähe von Kempen in die Rur. An ihren Ufern stehen im Heinsberger Land oft Herrenhäuser, die ab dem Mittelalter direkt an der Wurm erbaut wurden.
Radeln Sie am KP 08 weiter in Richtung KP 01, dabei kommen Sie an Schloß Trips vorbei. Der Infopunkt Geilenkirchen Markt liegt in der Innenstadt.
Hier lohnt sich ein Blick auf Haus Basten. Die Halle und die angrenzenden Zimmer mit ihren Einrichtungsgegenständen aus der Zeit des Barocks bis zur Gründerzeit zeigen die Wohnkultur einer wohlhabenden Bürgerschicht. Im Gebäude, das seit 1986 durch die Stadt Geilenkirchen als öffentliche Begegnungsstätte genutzt wird, befinden sich heute unter anderem ein Museumszimmer und das Trauzimmer des Standesamtes. In den Räumen finden regelmäßig Konzerte, Lesungen, Ausstellungen sowie weitere kulturelle Veranstaltungen statt.
Nun geht es zum KP 63 in Frelenberg und dann hinaus aus dem Tal der Wurm auf die landwirtschaftlich genutzte Ebene zum KP 64.
Hinter dem KP 02 bei Neuteveren liegt die Basis der NATO-Frühwarnflotte mit ihrer 3000 m langen und 45 m breiten Start- und Landebahn. Der Flugbetrieb des AWACS-Verbandes wurde im Februar 1982 nach Auslieferung der ersten E3A-Maschine aufgenommen. Am 31. März 1982 übergab die Bundesrepublik Deutschland den Flugplatz offiziell an die NATO.
Vorbei am Naturschutzgebiet Panneschopp gelangen Sie nach Gillrath, wo sich der KP 03 befindet. Wenige Meter davon entfernt liegt einer der Endbahnhöfe der Selfkantbahn. Sie ist die letzte meterspurige Dampfkleinbahn in NRW. Eine Fahrt mit ihr wird zum besonderen Erlebnis – nicht nur für Nostalgiker und Technikfans. Das historische Flair, dem sich alle Mitarbeiter liebevoll hingeben, sorgt für den besonderen Charme der Selfkantbahn. Mit gemütlichen 20 km/h schnauft sie durch die Landschaft. Sogar die Fahrkarten, die der uniformierte Schaffner mit seiner Lochzange durchknipst, sind noch wie früher aus Pappe. Die Selfkantbahn steht übrigens auch heute noch als Transportmittel zur Verfügung: Nicht nur Fahrgäste sondern auch deren Fahrräder werden gerne mitgenommen. Ein Besuch ist also problemlos mit einigen unserer schönsten Fahrradrouten zu verbinden.
Entlang des Rodebaches radelnd erreichen Sie den KP 57 am Ortsrand von Stahe.
Hier beginnt der Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek. Das Jahrhunderte alte Feuchtgebiet entlang des Rodebaches wurde lange Zeit systematisch trockengelegt, gerade Abflussrinnen und öde landwirtschaftliche Flächen prägten die Landschaft. Nach einer umfangreichen Renaturierung erhält die Natur nun wieder ihren freien Lauf. Ein kleinteiliges Landschaftsmosaik aus nährstoffreichen Sümpfen, blumenreichen Wiesen und feuchten Wäldchen entwickelt sich und bietet eine Heimat für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Vom wachsenden Angebot an Röhricht und Sträuchern profitieren Brutvögel und Libellen, die blumenreichen Weiden sind ein Eldorado für Schmetterlinge. Schottische Hochlandrinder ziehen in Familiengruppen durch das Gebiet und sorgen mit der Beweidung für den Erhalt der großen offenen Wiesenflächen.
Auf der niederländischen Seite liegt mit dem Schinvelder Wald eines der größten Waldgebiete in Südlimburg. Tonschichten sorgen im Süden für einen feuchten Boden und wertvolle Waldbiotope. Im sandigen Norden erinnern vereinzelte Heidesträucher an die frühere Heidelandschaft. Im 19. Jahrhundert pflanzte man den heutigen Kiefernwald, dessen Holz als Stützen in den Bergwerksstollen zum Einsatz kam. Heute darf der Wald sich frei entwickeln: Umgefallene Bäume bleiben liegen, der Wald lichtet sich und allmählich stellt sich ein natürlicher Laubwald mit Birken und Eichen wieder ein.
Von einer über 700-jährigen Geschichte können die 14 Öl- und Getreidemühlen erzählen, die sich entlang von Rodebach und Roode Beek reihten. 1970 wurde die letzte Mühle stillgelegt. Die Gebäude und Mühlsteine sind oftmals noch erhalten geblieben und mancherorts sind die Müller zu Gastwirten geworden.
Bald kommen Sie zum KP 51, biegen nach rechts und erreichen kurze Zeit später den Infopunkt Gangelt (Freizeitzentrum Gangelt, Am Freibad 13, 52538 Gangelt). Das Infocenter ist das Tor zum "Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek" mit seinen ausgeschilderten Wander-, Rad-, und Reitwegen. Hier erhalten Sie Information über die Region. Das Bistro & Café mit seinen Außenterrassen liegt idyllisch am Kahnweiher und lädt zu Kaffee und Kuchen, Eis und frischen Getränken ein.
Durch den Ort Gangelt in Richtung KP 55 fahrend, können Sie vieles entdecken:
Um 1250 wurde Gangelt mit einer Stadtbefestigung versehen. Im Jahr 1400 verfügte der Ort über eine Stadtmauer mit vier Stadttoren, davon sind heute noch drei erhalten: Das Heinsberger Tor, das Untergeschoss des Burgturmes (dies war auch ein Stadttor) und das Bruchtor. Reste der Stadtmauer mit kleineren Türmen sind in der Nähe des Heinsberger Tores zu sehen. Burgunder zerstörten die 1543 die Befestigungsanlagen, die dann jedoch wieder aufgebaut und verstärkt wurden. Die Burg wurde 1791 bis auf den erhaltenen Bergfried abgebrochen. Während des II. Weltkrieges schädigten Kämpfe den historischen Ortskern weiter. In den 1980er Jahren fanden dann umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt.
Mitten im Ort steht die dreischiffige gotische Basilika St. Nikolaus aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sehenswert in der Kirche ist die Kreuzigungsgruppe, eine niederrheinische Arbeit um 1500.
Sehenswert ist auch das Alte Rathaus nahe der Kirche. In ihm ist heute ein Café untergebracht. Vor dem Alten Rathaus steht eine bronzene Figur einer Gans – erkundigen Sie sich einmal nach der Geschichte hinter dieser Skulptur!
Nahe des nördlichen Ortsausgangs, am Schnittpunkt des 6. östlichen Längengrades und des 51. Breitengrades, steht ein Denkmal für Gerardus Mercator (1512 bis 1594). Er war ein Karthograph, Globenmacher und Instrumentenbauer. Seine Karten und Globen galten als die besten jener Zeit. Der Weltkarte legte Mercator ein Netz von Längen- und Breitengraden über und schuf so die die erste ebene, winkeltreue Karte der Erde. Einen Teil seiner Kindheit (1512 bis 1518) verbrachte Mercator in Gangelt. Geboren wurde er allerdings im hundert Kilometer entfernten Rupelmonde bei Antwerpen, als seine Eltern zu Besuch beim Bruder des Vaters waren. Nach der Geburt kehrten Eltern samt Sohn nach Gangelt zurück. Später ging Gerardus Mercator an die Universität Löwen, um seinen Magister zu machen. Danach spezialisierte er sich auf Geographie und Kosmographie. Jahre später (1552) zog Mercator mit seiner Familie nach Duisburg, wo er für den Herzog von Jülich-Kleve-Berg Vermessungen durchführte und Karten anfertigte. In der Duisburger Salvatorkirche liegt Gerhard Mercator begraben.
Auch diese Website arbeitet noch heute auf der Grundlage von Mercators Idee der Erstellung von Karten in einem Raster von Längen- und Breitengraden.
Wer sich Mercators Karten genauer ansieht merkt, dass er eine besondere Beziehung zu Gangelt hatte. In seinem Kartenwerk "Tabula Germanica" sind die Orte Gangelt, Rodebach oder Hastenrath verzeichnet, während andere größere Orte in Deutschland fehlen.
Die Windmühle Breberen in der Nähe der KP 54 ist eine Turmwindmühle (Bergholländer) und wurde 1842 erbaut. Sie ist noch voll funktionsfähig und wird regelmäßig betrieben. Gruppenführungen durch den Verein Historische Mühlen im Selfkant e.V. nach Vereinbarung. Direkt neben der Windmühle befindet sich das „Café aan de Müehle“, in dem Sie auf Ihrer Fahrradtour ein leckeres Stück Kuchen und einen Kaffee genießen können.
Über den KP 47 erreichen Sie den KP 48. Von hier aus sehen Sie die Waldfeuchter Windmühle. Machen Sie doch einen kurzen Abstecher zu ihr. Bereits um 1590 gab es in Waldfeucht eine Bockwindmühle – als Stadtmühle im Bereich der Stadtmauer gelegen – die 1897 durch die heutige Turmwindmühle außerhalb des Ortes ersetzt wurde. Sie wird heute noch gewerblich als Getreidemühle betrieben.
Über Bocket und Hontem kommen Sie zum KP 49 in Braunsrath. Am Ortsausgang liegt das Kloster Maria Lind. Im 17. Jahrhundert fand man eine 15 cm große Statue der Muttergottes mit Kind und bald wurde dieser Ort Ziel vieler Wallfahrer. 1982 verließen die Kapuziner wegen Nachwuchsmangel das Kloster, welches sie lange Jahre bewohnt hatten. 1985 übersiedelten Klarissinnen nach Braunsrath. Eine Klosterkirche wurde an die Wallfahrtskapelle angebaut und das Kloster umgebaut.
Der KP 12 und der KP 20 führen Sie nach Heinsberg hinein. Auf dem Weg liegt nun das BEGAS HAUS - Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg. Besuchen Sie doch das Museum mit seiner Sammlung von Werken der preußischen Malerdynastie der Familie Begas und der Ausstellung zur Regionalgeschichte. Vielleicht gehen Sie auch hinauf zu St. Gangolfus, dem weithin sichtbaren „Selfkantdom“ und besichtigen die Reste der mittelalterlichen Burg oder der später erbauten Zitadelle. Oder flanieren einfach durch die Innenstadt und genießen die Gastronomie.
Zurück auf der Route radeln Sie zum KP 11 am Heinsberger Busbahnhof und erreichen etwas später - in Richtung KP 13 radelnd - wieder den Infopunkt am Bootshaus am Lago Laprello.
Ausrüstung
Des weiteren sind Sie mit dem Wetter angepasster Kleidung, genügend Wasser und ein wenig Verpflegung bestens ausgerüstet für die Tour.
Sicherheitshinweise
Weitere Informationen
Heinsberger Land
Tel.: +49 2452 131415 Fax: 131419
E-Mail: info@heinsberger-land.de
Internet: www.heinsberger-land.de