Routentipp 106 (Abkürzung GA-WF) - 3. Raderlebnistag Niederrhein 2026 am 5. Juli 2026
Mittel
Zwischen Rode- und Kitschbach
Details der Tour
Empfohlene Jahreszeit
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Besonderheiten der Tour
Aussichtsreich / Geologische Highlights / Botanische Highlights / Kulturelle Highlights / Faunistische Highlights
Wegebeschaffenheit
Autorentipp
Wegbeschreibung
Vom Gangelt aus radeln Sie zum KP 51 und weiter zum KP 57 bei Stahe. Wieder aus den Rodebachtal hinaus führt die Route über Birgden zum KP 56 in Schierwaldenrath. Der KP 19 leitet Sie zum KP 12. In Braunsrath liegt der KP 49. Weiter geht es über die KP 50, 39 und 35 nach Haaren.
Auf dem Weg zum KP 33 passieren Sie den Infopunkt Waldfeucht (Alter Klauser Kirchweg, Schwimmbad, 52525 Waldfeucht-Haaren).
In Waldfeucht liegt der KP 31. Über die KP 48, 47, 54, 55 erreichen Sie nach einiger Zeit Gangelt. Weiter in Richtung KP 51 radelnd erreichen Sie den Ausgangspunkt der Route, das Freizeitzentrum Gangelt.
Sehenswertes auf der Strecke:
Der Infopunkt Gangelt (Freizeitzentrum Gangelt, Am Freibad 13, 52538 Gangelt) ist das Tor zum „Natuur- und Landschaftspark Rodebach|Roode Beek" mit seinen ausgeschilderten Wander-, Rad-, und Reitwegen. Hier erhalten Sie Information über die Region. Das Bistro & Café mit seinen Außenterrassen liegt idyllisch am Kahnweiher und lädt zu Kaffee und Kuchen, Eis und frischen Getränken ein. Hier befinden sich auch das Freibad, eine Minigolfanlage, ein Wohnmobilstellplatz und ein Restaurant.
Am Rodebach liegt der KP 51, der Sie zum KP 57 in Stahe leitet. Sie durchradeln das Feuchtgebiet entlang des Rodebaches. Es wurde lange Zeit systematisch trockengelegt, gerade Abflussrinnen und öde landwirtschaftliche Flächen prägten die Landschaft. Nach einer umfangreichen Renaturierung erhielt die Natur nun wieder ihren freien Lauf. Mit den renaturierten Bachtälern und den weitläufigen Weidegebieten hat die Entwicklung der Natur neue Impulse bekommen. Ein kleinteiliges Landschaftsmosaik aus nährstoffreichen Sümpfen, blumenreichen Wiesen und feuchten Wäldchen entwickelt sich und bietet eine Heimat für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Vom wachsenden Angebot an Röhricht und Sträuchern profitieren Brutvögel und Libellen, die blumenreichen Weiden sind ein Eldorado für Schmetterlinge. Schottische Hochlandrinder ziehen in Familiengruppen durch das Gebiet und sorgen mit der Beweidung für den Erhalt der großen offenen Wiesenflächen.
Auf der niederländischen Seite liegt mit dem Schinvelder Wald eines der größten Waldgebiete in Südlimburg. Tonschichten sorgen im Süden für einen feuchten Boden und wertvolle Waldbiotope. Im sandigen Norden erinnern vereinzelte Heidesträucher an die frühere Heidelandschaft. Im 19. Jhd. pflanzte man den heutigen Kiefernwald, dessen Holz als Stützen in den Bergwerksstollen zum Einsatz kam. Heute darf der Wald sich frei entwickeln: Umgefallene Bäume bleiben liegen, der Wald lichtet sich und allmählich stellt sich ein natürlicher Laubwald mit Birken und Eichen wieder ein. Von einer über 700-jährigen Geschichte können die 14 Öl- und Getreidemühlen erzählen, die sich entlang von Rodebach und Roode Beek reihten. 1970 wurde die letzte Mühle stillgelegt. Die Gebäude und Mühlsteine sind oftmals noch erhalten geblieben und mancherorts sind die Müller zu Gastwirten geworden.
Hinaus aus dem Rodebachtal führt der Weg über die Orte Kreuzrath und Birgden (hier ist der große Anger, einer der wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Freiflächen inmitten des Dorfes sehenswert) zum KP 56 in Schierwaldenrath.
In Schierwaldenrath befindet sich ein Bahnhof der „Selkantbahn“. An jedem Sonn- und Feiertag von Ostern bis ca. Ende September dampft sie noch in Deutschlands tiefstem Westen: Die letzte meterspurige Kleinbahn in NRW. Die Selfkantbahn fährt mit satten 20 km/h zur Begeisterung aller Eisenbahnfans auf der 5,5 km langen Strecke zwischen den Bahnhöfen Gillrath und Schierwaldenrath. Ein Kleinbahnmuseum in Schierwaldenrath mit Lokschuppen, einer Bahnwerkstatt und einer Museumshalle bietet die Selfkantbahn ebenfalls. https://www.selfkantbahn.de
Über den KP 19, Laffeld und den KP 12 erreichen Sie in Braunsrath den KP 49. Am Ortseingang liegt das Kloster Maria Lind. Im 17. Jahrhundert fand man hier eine 15 cm große Statue der Muttergottes mit Kind und bald wurde dieser Ort Ziel vieler Wallfahrer. 1982 verließen die Kapuziner wegen Nachwuchsmangel das Kloster, welches sie lange Jahre bewohnt hatten. 1985 übersiedelten Klarissinnen nach Braunsrath. Eine Klosterkirche wurde an die Wallfahrtskapelle an- und das Kapuzinerkloster umgebaut.
Der KP 50 liegt in Obspringen und weist Sie, vorbei an der Haarener Windmühle, zum KP 39.
Die Windmühle Haaren ist eine Turmwindmühle („Bergholländer“) von 1842. Noch heute wird sie als Getreidemühle von Müllern des Vereins „Historische Mühlen im Selfkant" betrieben und kann besichtigt werden. Erbaut aus Backstein und versehen mit Gitterrostflügeln, wurde sie 1842 als Getreide- und Ölmühle erbaut und erhielt 1858 eine Dampfmaschine. 1921 wurde das Anwesen an Jakob Verbeek verkauft, dessen Nachfahren noch heute Besitzer der Mühle sind. Die Dampfmühle blieb bis zur Wende zum 20. Jahrhundert in Betrieb. 1920 wurden Teile der Anlage und 1940 der hohe Schornstein abgebaut. Ebenfalls 1940 löste ein Sturm die Ankerpflöcke und setzte die Flügel in Gang. Durch die Reibung der Bremse setzte sich das hölzerne Trieb- und Balkenwerk in Brand. Als kriegswichtiger Versorgungsbetrieb wurde der Mühlenschaft umgehend mit Flügeln, Achse und König einer in Alkmaar in Abbruch befindlichen Mühle wieder hergerichtet. Bis 1950 war die Mühle in Betrieb. Bei der Dachinstandsetzung der Mühlenhaube im Jahre 1989 wurde das Schmuckbrett wieder beschriftet: „Mien Aerm send stärk, Dröm brengt mech Werk“ („Meine Arme sind stark, darum bringt mir Arbeit“). https://www.muehlenverein-selfkant.de
Auf dem Weg zum KP 35 liegt die ehemalige „Westmark“-Brauerei. Das Sudhaus in der ehemaligen Brauerei mit seinen erhaltenen Kupferkesseln ist auf der Brauereistraße in Waldfeucht-Haaren zu sehen. Hier wurde von 1934 bis 1977 Bier gebraut und in der Region vertrieben. Heute dienen die Gebäude der Produktion von Speiseeis.
Der Knotenpunkt 33 hinter dem renaturierten Feuchtgebiet des Kitschbaches ist das nächste Ziel.
Vorher treffen Sie jedoch auf den Infopunkt Waldfeucht (Alter Klauser Kirchweg, Schwimmbad, 52525 Waldfeucht-Haaren).
Kurz hinter dem kleine Ort Brüggelchen liegt die Motte Bolleberg. Motten sind frühmittelalterliche Turmhügelburgen, die, wie viele andere Motten der Region, Ende des 9. Jahrhunderts als Fliehburg zum Schutz vor kriegerischen Auseinandersetzungen angelegt wurden. Ein künstlich angelegter Hügel mit einem zunächst hölzernen Turm, umgeben von einem Wassergraben, war der Sitz des herrschenden regionalen Adelsgeschlechts. Für das Gesinde und die in der Umgebung wohnende Bevölkerung gab es die Vorburg, in die sie in Notzeiten fliehen konnte. Von Wällen umgeben, zusätzlich geschützt durch Palisaden und Wassergräben, harrten sie im besten Fall samt ihrem Besitz bis zum Abzug der Belagerer aus. Der Begriff „Motte“ leitet sich aus der französischen Benennung (château à motte) dieser Form von Burgen ab.
Im Zentrum Waldfeuchts liegt der KP 31. Nehmen Sie sich für diesen Ort ein wenig Zeit – er hat eine interessante Geschichte. Die Vorläufer der heutigen Ortschaften Waldfeuchts sind fränkische Siedlungen, aus dem sechsten oder siebten Jahrhundert und Rodesiedlungen aus dem neunten oder zehnten Jahrhundert. Alle werden bereits in Urkunden des 12. und 13. Jahrhunderts genannt. Im 13. Jahrhundert war Waldfeucht ein bedeutender Ort, wurde als „Stadt“ bezeichnet, besaß Marktrechte und war durch Wälle, Gräben und Stadttore befestigt. Am Kreuzungspunkt der Römerstraße zwischen Heerlen und Xanten sowie der Straße von Heinsberg ins Maasland gelegen, profitierte sie vom damaligen Fernhandel. Der Reichtum Waldfeuchts führte dazu, dass verschiedenste Adelsgeschlechter das Gebiet immer wieder ihrem Besitz einverleiben wollten. Noch heute ist der historische Grundriss und die Befestigungsanlage aus Wällen und Gräben durch Heckenwege und Bauerngärten rund um Waldfeucht sichtbar und lädt zu einem Spaziergang ein. Die beiden Stadttore wurden jedoch gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Opfer der Kämpfe in der Region.
Auf dem Weg zum KP 48 sehen Sie die Waldfeuchter Windmühle auf der linken Seite Ihres Weges. Bereits um 1590 gab es in Waldfeucht eine Bockwindmühle – als Stadtmühle im Bereich der Stadtmauer gelegen – die 1897 durch die heutige Turmwindmühle außerhalb des Ortes ersetzt wurde. Sie wird heute noch gewerblich als Getreidemühle betrieben. Gruppenführungen und Besichtigungen erfolgen durch den Verein Historische Mühlen im Selfkant e.V., https://www.muehlenverein-selfkant.de
Die KP 48, 47 und 54 leiten Sie zur Windmühle Breberen, einer Turmwindmühle (Bergholländer) die 1842 erbaut wurde. Sie ist noch voll funktionsfähig und wird regelmäßig betrieben. Gruppenführungen/Besichtigungen erfolgen durch den Verein Historische Mühlen im Selfkant e.V. nach Vereinbarung. Direkt neben der Windmühle befindet sich das „Café aan de Müehle“, in dem Sie auf Ihrer Fahrradtour ein leckeres Stück Kuchen und einen Kaffee genießen können.
Der KP 55 in Brüxgen leitet Sie weiter zum KP 51 über Gangelt ins Rodebachtal und zum Ausgangspunkt Ihrer Rundtour, dem Freizeitzentrum.
In Gangelt sind noch viele Teile der mittelalterlichen Befestigungsanlagen erhalten geblieben. Um 1250 wurde Gangelt mit einer Stadtbefestigung versehen. Im Jahr 1400 verfügte diese über eine Stadtmauer mit vier Stadttoren, davon sind drei erhalten: Das Heinsberger Tor, das Untergeschoss des Burgturmes (dies war auch ein Stadttor) und das Bruchtor. Reste der Stadtmauer mit kleineren Türmen sind in der Nähe des Heinsberger Tores erhalten. Burgunder zerstörten die 1543 die Befestigungsanlagen, die jedoch wieder aufgebaut und verstärkt wurden. Die Burg wurde 1791 bis auf den erhaltenen Bergfried abgebrochen. Während des II. Weltkrieges schädigten Kämpfe den historischen Ortskern weiter. In den 1980er Jahren fanden dann umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt.
In der Mitte des Ortes steht die dreischiffige gotische Basilika, St. Nikolaus, aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sehenswert in der Kirche ist die Kreuzigungsgruppe, eine niederrheinische Arbeit (um 1500). Interessant ist auch das Alte Rathaus nahe der Kirche. In ihm ist heute ein Café untergebracht. Vor dem Alten Rathaus steht eine bronzene Figur einer Gans – erkundigen Sie sich einmal nach der Geschichte hinter dieser Skulptur!
Der große Kathograph Gerardus Mercator (1512 bis 1594) verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Gangelt. Seine Karten und Globen galten als die besten seiner Zeit. Seiner Weltkarte legte Mercator ein Netz von Längen- und Breitengraden über und schuf so die die erste ebene, winkeltreue Karte der Erde. Auch diese Website arbeitet noch heute auf der Grundlage von Mercators Idee der Erstellung von Karten in einem Raster von Längen- und Breitengraden. Wer sich Mercators Karten genauer ansieht, merkt, dass er eine besondere Beziehung zu Gangelt hatte. In seinem Kartenwerk „Tabula Germanica" sind die Orte Gangelt, Rodebach oder Hastenrath verzeichnet, während andere größere Orte in Deutschland fehlen. Zur Erinnerung an Mercator wurde am Schnittpunkt des 6. östlichen Längengrades und des 51. Breitengrades am nördlichen Rand Gangelts ein Denkmal errichtet .
Ausrüstung
Sicherheitshinweise
Weitere Informationen
Heinsberger Land
Tel.: +49 2452 131415 Fax: 131419
E-Mail: info@heinsberger-land.de
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