Freiheit_vrijheid
Achte Themenreihe des Museumsnetzwerkes Rhein-Maas 2025 – 2026Europa steht uns offen! Wir können reisen, wohin wir möchten. Wir können jeden Beruf ergreifen und ein eigenes Geschäft gründen. Wir haben das Recht, unsere Regierung zu wählen, unsere Meinung frei zu äußern und unsere Religion auszuüben. Wir können zusammenleben, mit wem wir möchten. Unsere Verfassung sichert uns Freiheit zu und hat einen Rechtsapparat geschaffen, um diesbezügliche Persönlichkeitsrechte wehrhaft verteidigen zu können. Und diese umfassende Freiheit ist für uns heute so selbstverständlich, dass wir sie kaum noch wahrnehmen und wertschätzen. In den Vordergrund drängen sich vielmehr Faktoren des individuellen Empfindens von Freiheit, wie sie gerne aufgegriffen werden in Werbekampagnen der Konsum- und Freizeitindustrie. Wieviel Struktur und Vorgabe braucht es, um in Freiheit glücklich werden zu können? Sind wir mündig, emphatisch und emanzipiert genug, um die Komplexität von Freiheit mit dem notwendigen Verantwortungsbewusstsein und Demokratieverständnis zu verbinden? Und -wie viel Freiheit bietet der grenzenlose Niederrhein? Wie steht es mit Freiräumen für Kritiker, mit Freiräumen für Kunst und Kultur, für Andersdenkende und Anderslebende? Kann Freiheit auch zur Gefahr für eine demokratische Gesellschaft werden? Wie klingen die kritischen Stimmen vom Niederrhein und von wem werden sie gehört? Impulsgebend für die Themenwahl des Netzwerkes ist ein für die Neuzeit prägendes Ereignis: Ab Mai 2025 gedenkt die Welt zum achtzigsten Mal dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der Befreiung von Gewalt und Terror des NS-Regimes. Nur einen Monat später kann Europa auf die vierzigjährige Erfolgsgeschichte des Schengen-Abkommens zurückblicken, das den Wegfall der Binnengrenzkontrollen besiegelte. Anlass genug für das Museumsnetzwerk Rhein-Maas, dem Thema FREIHEIT eine euregionale Bühne zu bieten für Rückbesinnung, Gegenwartsgestaltung und Zukunftsmusik. In über 50 Veranstaltungen und mit Blick auf den Niederrhein beleuchtet die achte Ausstellungsreihe FREIHEIT_vrijheid des Museumsnetzwerkes Rhein-Maas die Situation der Grenzregion zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Der abwechslungsreiche Veranstaltungsreigen blickt auf das Leben, das sich aus den Ruinen heraus entwickelte, auf Einrichtungen der Gedenk- und Erinnerungskultur sowie eine heterogene, kritische Kulturszene, die sich nach jahrelanger Abschottung und Unterdrückung in der Region etablieren konnte und wofür beispielhaft Hanns Dieter Hüsch steht. Anlässlich seines 100. Geburtstages am 6. Mai 2025 widmen in diesem Jahr dem aus Moers stammenden „weitgehörten“ Niederrheiner das Grafschafter Museum und viele Kultureinrichtungenbesondere Aufmerksamkeit.
Und der Blick geht über die Nachkriegszeit hinaus: In ihren Ausstellungen reflektieren die Museen den Freiheitsbegriff aus verschiedenen Perspektiven und in bestimmten historischen Momenten, etwa im Alltag ländlicher Gemeinschaften, im Kindsein auf dem Land oder bei der Herausbildung von Vereinen. Die Frauenbewegung ist Thema und auch, wie sich Frauen von restriktiven Modezwängen und einem entsprechenden Rollenbild befreiten. Aufkeimende Freiheitsbestrebungen im Mittelalter sowie Freiheitsmythen in der Natur und Literatur komplettieren das facettenreiche Spektrum des Angebots.
Weitere Infos unter:Â
www.niederrhein-museen.de www.kim-euregio.eu.
Buchungen an kontakt@kulturraum-niederrhein.de