INTERREG-Projekt
„MSN Freizeitreiten – Buitenrijden“
Übersicht
Der Naturpark Maas-Schwalm-Nette (MSN) ist seit Jahrzehnten nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Radler und Wanderer, sondern auch ein Paradies für Reiterinnen und Reiter. Die abwechslungsreiche Landschaft an der Grenze von NRW und der niederländischen Provinz Limburg ließe sich vom Sattel aus sehr gut erkunden und genießen. Die ausreichend vorhandenen Reitwege auf niederrheinischer wie auf limburgischer sind aber weitgehend unbekannt – so bleibt ein großes Potenzial bislang ungenutzt.
Das Interreg-Projekt „MSN Freizeitreiten – Buitenrijden“, also mit starker europäischer Unterstützung, soll grenzüberschreitende Ausritte nun noch attraktiver und den Naturpark als Freizeit-Reitgebiet bekannter machen. Neben dem Leadpartner MSN besteht die Gruppe der Projektpartner aus der Tourismus GmbH Mittlerer Niederrhein, Limburg Marketing, Limburg Paardensport, der Koninklijke Nederlandse Hippische Sportfederatie (KNHS) sowie dem Routebureau Noord- en Midden-Limburg. Mit an Bord sind außerdem alle Kommunen im Naturpark, die Kreise Viersen, Kleve und Heinsberg sowie der Pferdesportverband Kreis Viersen e. V. und der VFD Viersen-Schwalm-Nette.
Folgende Arbeitspakete werden im Projekt bearbeitet
Mindern der Grenzwirkung
Gesetzliche Vorschriften für Grenzverkehr im Reittourismus minimieren/abschaffen
(Gesundheitszeugnis, Reitabgabe/Reitplakette, Europäischer Traces-Vertrag)
Die Reiter sollen den Naturpark Maas-Schwalm-Nette möglichst ohne Einschränkungen (grüne Grenze) nutzen können. Aktuell erfordert der Grenzübertritt mit Pferd ein Gesundheitszeugnis im Rahmen des europäischen Animal Health Law. Das Gesundheitszeugnis zu beantragen ist zeitlich aufwändig und kostspielig, was die Zielgruppe abschreckt, grenzüberschreitend zu reiten.
Unter der Leitung der vier Pferdesportorganisationen der Region [Koninklijke Nederlandse Hippische Sportfederatie (=KNHS) - Pferdesportverband Kreis Viersen e. V. (= PKV) - Limburg Paardensport (= LP) - VFD Viersen-Schwalm-Nette (= VFD)] sowie dem Leadpartner Naturpark Maas-Schwalm-Nette werden Akteure wie Outdoor-Sportorganisationen, Behörden und Interessengruppen (Interessenvertreter / Stakeholders) angesprochen, informiert und einbezogen um die gesetzlichen Vorschriften, die einen Grenzübertritt mit Pferd erschweren, abzuschaffen oder zu minimieren. Hierzu sollen Gespräche mit den Ministerien hinsichtlich einer Veterinärbescheinigung bei Grenzübertritt stattfinden bezüglich der Traces-Pflicht. Dies soll, im besten Fall, in einem bilateralen Abkommen festgehalten werden. Ebenso soll eine Lösung i. S. Reitplakette auf deutscher Seite für ausländische Reiter gefunden werden.
Wichtig ist zudem eine transparente Kommunikation für alle Reiter in Sachen Regularien und Vorschriften der jeweiligen Länder (kostenpflichtige Reitplakette auf dt. Seite, Gesundheitszeugnis beiderseits der Grenze etc.) sowie weitere Informationen was es zu beachten gilt. Somit können sich die Reiter im Vorfeld bereits die notwendigen Unterlagen besorgen.
Lenkung von Reitern durch grenzüberschreitende Beschilderung
Es wird eine einheitliche Beschilderung für Reiter im gesamten Naturpark Maas-Schwalm-Nette realisiert. Dabei wird ein von der KNHS erstellter Standard verwendet. Es handelt sich um ein Knotenpunktsystem, bei dem geeignete Straßen und Wege zu einem Netz verbunden sind. Das Netz wird auf einer Karte und in einem Online-Routenplaner angeboten und vor Ort durch Schilder angezeigt. Auf diese Weise werden über 900 km Wege und Pfade ausgeschildert.
Mit diesem Leitsystem können Reiter weitgehend auf sicheren und wünschenswerten Wegen gelenkt werden.
Einkehrmöglichkeiten: Chancen für KMU
Der Reiter ist eine neue Zielgruppe für KMU, insbesondere für das Gastgewerbe.
Das Projekt ermutigt die KMU, Rastplätze anzubieten (Essen, Getränke, Übernachtung). Obwohl es sich um eine relativ kleine Zielgruppe im Vergleich zu anderen Freizeitaktivitäten im Freien handelt, ist sie attraktiv. Untersuchungen haben ergeben, dass Reiter deutlich mehr Geld ausgeben als andere Erholungssuchende.
Mit einer gezielten Kampagne werden Unternehmer der Region über diese Zielgruppe informiert.
Wichtige Instrumente sind, das von der KNHS entwickelte "PaardenWelkom"-Label und die von der VFD (Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V.) etablierten Labels „Wanderreitstationen“ und „Pferdefreundliche Gaststätten“, welche Unternehmer erhalten können, die bestimmte Kriterien erfüllen. Diese Unternehmer werden auch auf der Website, im Routenplaner und in Kampagnen für die Zielgruppe genannt.
PR und Kommunikation
Die Pressearbeit wird zu bestimmten Meilensteinen während der gesamten Projektlaufzeit erfolgen.
Zu den weiteren Marketingaktivitäten gehören die Teilnahme an Messen (sofern sinnvoll), Printmedien (Flyer), Pressereisen, die Einladung von Influencern, Anzeigen (online/offline) und Artikel in Fachmedien. Diese Maßnahmen erfolgen gegen Ende des Projektes, wenn die Ergebnisse der anderen Arbeitspakete vorliegen.
Das Marketing wird mit bewährten Kampagnenformen durchgeführt, einschließlich interner Medien, bezahlter Medien, sozialer Medien und durch die Zusammenarbeit mit bestehenden anderen Kanälen.
Das Projekt MSN Freizeitreiten wird im Rahmen des Interreg-VI-Programms von Deutschland-Nederland durchgeführt und mit 707.000 Euro durch die Europäische Union, das NRW-Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie und die Provinz Limburg mitfinanziert. Insgesamt liegt die Projektsumme bei 982.000 Euro.
https://deutschland-nederland.eu/de/
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