Besondere Wanderrouten – Teil 25: Rund um den De Wittsee in Nettetal

14.11.2025

Der De Wittsee verzaubert vor allem im Herbst, also ist jetzt die perfekte Zeit für eine kleine Wanderung. Auf sechs Kilometern erwartet euch jede Menge Wasserblicke, schmale Pfade, ein besonderer Aussichtspunkt, die Minigolfanlage Tortuga Adventure Golf und der NABU Naturschutzhof – ein besonderer Wanderweg, der Groß und Klein gleichermaßen begeistert.

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Wir starten am Wanderparkplatz Leuther Mühle (Navi: Hinsbecker Straße 34) und überqueren direkt die Hinsbecker Straße. Ein Wegweiser mit dem Schriftzug „Naturschutzhof“, den wir auf unserer Wanderung passieren werden, weist uns erstmal den richtigen Weg.

Ehemalige Motte

Gleich zu Beginn folgt die ruhige Nette unserem Pfad – ein entspannter Start, der sofort das Wanderherz beruhigt. Ab und zu begegnen wir Anglern, die geduldig auf einen Fang warten. Rechts öffnet sich eine Wiese, und nach ein paar Schritten entdecke ich ein kleines Hinweisschild. Es erinnert an die frühere Motte „Alt Krickenbeck“, die erste bekannte Burg der Herren von Krickenbeck – der Vorgängerbau des heutigen Schlosses Krickenbeck, das mitten zwischen den vier Krickenbecker Seen liegt.

Der Weg schlängelt sich nahezu entlang der Nette und ich beobachte, wie sich ein Enten-Pärchen lautstark „diskutiert“. Die Sonne spiegelt sich im Wasser und lässt die Natur in einem noch schöneren Licht erstrahlen.

Die Aussichtskanzel

Das Rohrdommelprojekt

Auf der rechten Seite des Weges entdecke ich einen kleinen Weiher, den ich als kleinen De Wittsee bezeichnen würde. Reiher und Gänse tummeln sich hier lautstark im Wasser, während ein Hinweisschild über die dort vorkommenden Pflanzen informiert. Kurz darauf erreiche ich den Aussichtsturm, der dem Rohrdommelprojekt gewidmet ist.

Ein großes Infoboard erklärt mir, warum dieses Projekt so wichtig ist: Seit den 1960er Jahren gehen die Schilfbestände am De Wittsee stark zurück. Damit verschwanden auch die Vögel, die das Röhricht zum Brüten brauchen – darunter Drosselrohrsänger, Sumpfrohrsänger und vor allem die Rohrdommel. Das letzte Brutpaar wurde hier 1968 gesichtet, heute gilt die Art in NRW als ausgestorben.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Fraß durch Nutria, Bisam und Wasservögel, zunehmende Verlandung und die Belastung der Nette durch Nährstoffe aus Abwässern. Besonders spannend finde ich die Rohrdommel selbst: Ein reihergroßer, scheuer Vogel mit braun gemustertem Gefieder, der im Schilf fast unsichtbar ist. Bei Gefahr streckt sie Kopf und Hals kerzengerade in die Luft – die sogenannte „Pfahlstellung“.

Um diesen Vögeln wieder Lebensraum zu bieten, startete die Biologische Station Krickenbecker Seen das Rohrdommelprojekt. Ein ehemals trockengelegtes Niedermoor südlich der Leuther Mühle wurde ab 2008 renaturiert und mit neuen Schilf- und Wasserflächen ausgestattet. 2012 waren die Arbeiten abgeschlossen – ein wichtiger Schritt für den Erhalt der Artenvielfalt am De Wittsee.

Perfekter Aus- und Überblick

Die Aussichtskanzel ermöglicht einen Überblick über die renaturierte Fläche mit Flatter-Binsen-Sumpf und Offenwasserbereichen sowie ihre Entwicklungsschritte.

Ich steige die wenigen Stufen hoch und schaue gespannt nach Tieren. Ein großes Schild an der Wand zeigt zahlreiche Vogelarten mit Bild und Name – praktisch, um die kleinen Entdeckungen direkt einzuordnen. Aber nicht nur die Tiere sind beeindruckend: Der Ausblick auf die Schilf- und Seenlandschaft ist einfach traumhaft.

Unten angekommen entdecke ich eine Metallplatte mit der Nummer 10. Wenn ihr möchtet, könnt ihr den QR-Code scannen oder die Nummer wählen und bekommt so noch mehr Infos über diesen besonderen Ort.

Malerischer De Wittsee

Weiter geht es zur Brücke, die den Beginn des De Wittsees markiert. Wir halten uns rechts, und ich staune über die vielen Seerosenblätter, die sich im ersten Abschnitt des Sees tummeln. Dieser Weg ist Teil des Premium-Wanderwegs Nette Seen, der auf über zehn Kilometer zu einer ausgedehnten Entdeckungstour einlädt.

Der Pfad wird schmaler, aber immer wieder gibt es Sitzmöglichkeiten und kleine Stege. Auf einem dieser Stege genieße ich kurz die Postkartenidylle des De Wittsees – ein perfekter Moment zum Durchatmen

Tortuga Adventure Golf

Abstecher zum Tortuga Adventure Golf?

An einer Weggabelung biegen wir nach rechts durch ein Wohngebiet, passieren den Campingplatz De Wittsee und halten erneut rechts. Vor uns liegt die Minigolfanlage Tortuga Adventure Golf, die ich auch schon für euch für meinen Blog besuchen durfte. Das Besondere: Auf über 2.500 Quadratmetern erstreckt sich die Anlage mit 18 Kunstrasen-Bahnen, die sich in Länge, Größe und Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Für eine entspannte Pause gibt es ein Sonnendeck, auf dem man Getränke oder Snacks genießen kann.

Mich hat besonders die Liebe zum Detail beeindruckt: Kleine Brücken, Hügel, ein Tunnel, plätschernde Bachläufe und ein Teich machen jede Runde Minigolf abwechslungsreich und richtig unterhaltsam.

Wasserblick & Foto-Spot

Vor Tortuga führt ein schmaler Weg links an der Anlage vorbei. Weiter geht es durch ein kurzes Waldstück nach rechts und dann wieder links in Richtung NABU Naturschutzhof.

Nach wenigen Metern gehen wir zwischen dem Großem und Kleinem De Wittsee und an einer Bank mit dem aufgesprayten Spruch „Take a seat“– genau das tue ich auch. Hier befindet sich auch eine weitere Metallplatte auf dem Boden mit dem nächsten Wasserblick und den nächsten Informationen.

Grüße aus Nettetal

Schräg gegenüber gibt es ein XXL-Fotorahmen mit dem Spruch „Grüße aus Nettetal“ und nutze diesen für ein schönes Foto mit perfekter Seekulisse.

Wanderhütte mit Fallobst

Über eine Brücke erreichen wir den Knotenpunkt 12 und folgen dem Wegweiser „Naturschutzhof“. Rechts liegt die Wanderhütte Seerose: Neben Sitzgelegenheiten entdecke ich einen Korb mit Fallobst, versehen mit einem Zettel „Fall-Obst zu verschenken“. Ein Schild informiert, dass in unmittelbarer Nähe eine Streuobstwiese entsteht, gefördert von der LEADER-Region Leistende Landschaft e.V.

Der NABU Naturschutzhof

Nach wenigen Metern erreichen wir den Naturschutz vom NABU. Hier dreht sich alles um Natur und Artenvielfalt. Auf dem Hof werden seltene Vögel, Insekten und Amphibien gepflegt, aufgezogen oder auf die Auswilderung vorbereitet. Außerdem gibt es spannende Umweltprojekte, Mitmachaktionen für Kinder und Erwachsene sowie Informationstafeln über die heimische Flora und Fauna. Hier wird Naturschutz wirklich gelebt.

Wir setzen unseren Weg fort, gehen geradeaus parallel zu einem Parkplatz, bis der Pfad in ein kleines Waldstück führt.

Weiße Kühe am Wegesrand

Kurz darauf sehen wir links weiße Kühe und machen kurz Halt, um diese schönen Tiere aus der Nähe zu betrachten. Aber auch auf der anderen Seite des Weges lohnt sich ein genauerer Blick: Riesige Kopfweiden stehen in Reih und Glied, die majestätisch über die Umgebung thronen.

Am Ende des Weges geht es noch einmal links, links und schließlich rechts, bis wir die Brücke erreichen, die uns kurz vor dem Beginn des De Wittsees begegnet ist. Von hier führt der Rückweg links am Aussichtsturm des Rohrdommelprojektes vorbei, bis wir wieder den Parkplatz der Leuther Mühle erreichen.

Für mich war der perfekte Rundweg, der alles vereint: Natur, Tiere, Spiel und kleine Pausen zum Genießen. Ein idealer Ausflug für alle, die Ruhe suchen, die Schönheit der Natur erleben wollen – und vielleicht auch den kleinen Moment der Überraschung, wenn man eine Entenfamilie, weiße Kühe oder einen versteckten Fotorahmen entdeckt. Ein Wandererlebnis, das im Herbst besonders verzaubert.